Kassel

Polizei hebt Waffenlager bei Immenhausen aus

- Kassel (ots). Offenbar zum größten Teil aus seiner Bundeswehrzeit Ende der 80-er Jahre stammen Waffen und Sprengstoffe, die Beamte des K 11 der Kasseler Kripo zusammen mit einem Sach-verständigen für Sprengtechnik des Hessischen Landeskriminalamtes (HLKA) bereits am Dienstag bei einer Hausdurchsuchung in Immenhausen sicherstellten. Langwierige Ermittlungen hatten auf die Spur des 44-Jährigen geführt, der legal als Waffenbesitzkarteninhaber über drei eingetragene Schusswaffen verfügt. Auch diese Waffen und die Waffenbesitzkarte des Immenhäusers wurden von den Polizeibeamten sichergestellt. Der Landkreis Kassel als zuständige Waffenbehörde wurde eingeschaltet.

Zusammen mit Mitarbeiter des Erkennungsdienstes des PP Nordhessen für die erforderliche Spurensicherung und Dokumentation standen die Ermittler des K 11 am Dienstagmorgen vor der Haustür des Mannes in Immenhausen. Nach dem Stand der polizeilichen Vorermittlungen hatte die Kasseler Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht einen Durchsuchungsbeschluss für das Haus des Verdächtigen erwirkt. Im frei zugänglichen Keller fanden die Ermittler in mehreren unverschlossenen Holzkisten diverse Karabiner, Revolver, Gewehre, Munition, eine Panzermine, vier Selbstlaborate, zwei Rohrbomben, Übungshandgranaten, Glasbehälter mit Schwarzpulver, TNT-Stangen, nicht identifizierbare Sprengsätze sowie weiteres Waffenzubehör. Zur Sicherstellung der Laborate und Sprengstoffe zogen die Ermittler einen Experten für Sprengtechnik des HLKA Wiesbaden hinzu. Nach letzten Erkenntnissen handelt es sich bei der Panzermine wie bei den Handgranaten ebenfalls um Übungsmunition der Bundeswehr. Der 44-Jährigen, der bei der Polizei keine Angaben zur Sache macht und sich über einen Rechtsanwalt äußern will, muss sich nun in einem Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts von zahlreichen Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, das Sprengstoffgesetz, das Waffengesetz und wegen des Verdachts des Diebstahl oder der Unterschlagung zum Nachteil der Bundeswehr verantworten. Alle aufgefunden Waffen, Sprengmittel und Zubehörteile wurden zum Zwecke der Strafverfolgung sichergestellt und werden beim HLKA untersucht. Alle Schusswaffen werden außerdem einem Beschusstest unterzogen. Damit soll festgestellt werden, ob mit diesen Waffen Straftaten begangen wurden.

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