Bis Mittwochabend wurde im gesamten Landkreis kontrolliert 

So sieht die Arbeit der Polizei beim Blitzermarathon aus 

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Kontrolle: Wer am Twistesee zu schnell unterwegs war, wurde am Parkplatz angehalten.

Waldeck-Frankenberg - Auch wenn die Fahrzeuge noch einen Kilometer weit weg sind: Das Laser-Messgerät kann die Geschwindigkeit trotzdem erfassen. Unter anderem wurde das auch am Twistesee gemacht.

Polizeioberkommissar Karl-Wilhelm Löbel muss nicht lange warten, bis der erste Autofahrer zu schnell auf der Bundesstraße 450 in Richtung Landau unterwegs ist. Wenige Minuten, nachdem er das Gerät geprüft hat, nimmt er einen schwarzen Golf ins Visier. 121 Stundenkilometer zeigt die Anzeige, gemessen in 260 Metern Entfernung. Sofort gibt Löbel das an seine Kollegen weiter, die auf dem Parkplatz wenige hundert Meter weiter stehen.

Karl-Wilhelm Löbel misst am Twistesee.

Dort sind nicht nur Beamte der Bad Arolser Polizei im Einsatz, sondern auch ein Team der Bereitschaftspolizei aus Lich. Während Adrian Ungemach mit der Kelle diejenigen Fahrer auf den Parkplatz lotst, die zu schnell waren, kontrollieren seine Kollegen Führerschein, Fahrzeugschein und Personalausweis. 

Stets zu zweit sind die Polizisten am Auto. Hauptsächlich wegen der Eigensicherung, sagt ein Mitarbeiter der Bereitschaftspolizei. "Das bedeutet nicht, dass wir grundsätzlich jedem misstrauen. Aber wir wissen nie, mit wem wir es zu tun haben und wie die Menschen reagieren." Während ein Kollege die Papiere unter die Lupe nimmt, steht er auf der Beifahrerseite mit Blick ins Auto, die Hand an der Waffe.

Adrian Ungemach hält Fahrzeuge an, die zu schnell waren.

Viele Auto- und Lkw-Fahrer, die geblitzt wurden, zahlen gleich vor Ort. "Bis zu einem Betrag von 55 Euro können wir verwarnen", erklärt Karl-Wilhelm Löbel. Alles, was darüber liegt - auch wenn es um Punkte in Flensburg geht - kommt per Knöllchen. 

Löbel erfasst nicht nur die Fahrzeuge, die in Richtung Landau unterwegs sind, er notiert auch, um wie viel Uhr sie zu schnell gewesen sind, die Entfernung, in der gemessen wurde und das Nummernschild. Am Ortseingang von Wetterburg, aus Volkmarsen kommend, hat er mit seinen Kollegen bereits am frühen Morgen kontrolliert. Allerdings: Zumindest dort gab es keine Geschwindigkeitsverstöße.

Die Bereitschaftspolizei aus Lich unterstützt die Kollegen im Landkreis.

Am Twistesee sieht das anders aus, immer wieder werden Autos und Laster geblitzt, angehalten und kontrolliert. Unter anderem ein Gefahrgut-Lkw. Mit 77 Stundenkilometern hat der Polizist ihn gemessen, 60 sind erlaubt. Und weil bei Gefahrgut-Lkws insgesamt ein höheres Risiko bestehe, falle auch die anschließende Zahlung höher aus als bei anderen Lastkraftwagen.

"Die meisten sind einsichtig", sagt Alexander Schmidt, Polizist aus Bad Arolsen. Sie wüssten, dass sie aus der Sache nicht so einfach heraus kämen. Auch, wenn die Messung kaum angreifbar ist: Mancher schalte dennoch einen Anwalt ein. Ein Lkw-Fahrer, der zu zügig unterwegs war, wird das nicht machen. achte eigentlich immer auf die Geschwindigkeit, sagt er. Zehn Stundenkilometer war er zu schnell. 

Noch bis Mittwochabend, 22 Uhr, wird im Landkreis geblitzt. Alle Messstellen gibt es hier. 

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