Kritik an Innenminister  Immer mehr Aufgaben zu erfüllen

Polizisten leisten pro Kopf 268 Überstunden

Überstunden an der Tagesordnung: Polizeibeamte müssen, wie hier etwa bei Fahrzeugkontrollen im Rahmen eines Blitzmarathons, weitere vielfältige Aufgaben übernehmen. Foto: 112-magazin.de

Waldeck/Frankenberg. 54 400 Überstunden schoben die Polizeibeamten in Waldeck-Frankenberg Ende September 2016 vor sich her – pro Kopf sind das 268 Stunden oder fast sieben Wochen.

Zum Ende des Jahres ist die Zahl durch Auszahlungen etwas gesunken. „Der Innenminister setzt die Gesundheit der Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten aufs Spiel“, kritisiert die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Daniela Sommer. Die Grenze des Zumutbaren sei überschritten.

In ganz Hessen sei die Situation ähnlich angespannt, sagt Sommer. Die Polizeibeamten hätten eine immer weiter steigende Arbeitsbelastung zu bewältigen. Vor diesem Hintergrund sei es „unverantwortlich“, dass in Waldeck-Frankenberg 3,5 Planstellen im Polizeidienst nicht besetzt seien. 

 „Die Polizei musste in den vergangenen Jahren viele weitere Aufgaben übernehmen, unter anderem durch die Flüchtlingsproblematik, Internetkriminalität und die vielfältigen Events während der Sommermonate in der Touristenhochburg Waldeck-Frankenberg“, sagt Jörg Dämmer, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Waldeck-Frankenberg. „In diesen Bereichen hat keine Personalverstärkung stattgefunden. Somit musste sich zwangsläufig die Zahl der Überstunden erhöhen.“ 

Allerdings sieht der Vorsitzende der GdP-Kreisgruppe einen Silberstreif am Horizont: Das Land Hessen habe, ebenso wie andere Bundesländer, eine Ausbildungsoffensive mit 960 Stellen in 2016 und weiteren 1155 Stellen in 2017 gestartet. „Die jungen Leute müssen aber erst drei Jahre ausgebildet werden und stehen frühestens 2019/2020 zur Verfügung“, so Dämmer.

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