Waldeck-Frankenberg

„Potenzial der Älteren erkennen“

- Waldeck-Frankenberg (resa). Die Arbeitslosenquote sinkt: 104 Arbeitslose weniger als noch im Juli suchen in Waldeck-Frankenberg nach einer Stelle. Das liegt vor allem am Ausbildungsbeginn, setzt aber auch einen Trend fort.

Vor allem zwei Gruppen hat Korbachs Agenturchef Uwe Kemper beim Blick auf die aktuellen Arbeitsmarktzahlen im Blick: die Jugendlichen und die Arbeitssuchenden über 50 Jahre. Um 104 Arbeitslose ist die Quote in diesem Monat gesunken – auf aktuell 4129 Menschen ohne Arbeit im Landkreis. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen nämlich, die noch im vergangenen Monat für ansteigende Zahlen gesorgt hatten, ist gesunken. „Viele Jugendliche haben ihre Ausbildung begonnen“, erklärt Kemper. Komplett hätten sich die Zahlen noch nicht erholt, weil Studium und überbetriebliche Ausbildung erst im Herbst beginnen würden.

Jugendliche hätten seit Langem wieder die Wahl, sagt der Agenturchef. Auf einen Bewerber kämen im Landkreis 1,5 Ausbildungsstellen. „Auch für Spätentschlossene gibt es noch die Möglichkeit, eine Stelle zu finden“, sagt Kemper und rät zur Kontaktaufnahme mit der Agentur für Arbeit. Ohnehin gebe es in diesem Monat so viele offene Stellen wie noch nie. „Unsere ganze Aufmerksamkeit sollte jetzt die unvermindert starke Nachfrage nach Arbeitskräften bekommen“, sagt der Agenturchef. Der Bedarf der heimischen Wirtschaft sei groß, 888 Stellen sind unbesetzt.

Bei der Besetzung dieser Stellen will Kemper vor allem das Potenzial der Berufserfahrenen nutzen. 63 Menschen zwischen 55 und 65 Jahren hätten sich im vergangenen Monat arbeitslos gemeldet, 87 andere im gleichen Alter seien aber nicht länger als arbeitslos gemeldet. Nur ein Viertel dieser Abgänge ist allerdings in ein Beschäftigungsverhältnis vermittelt worden, die anderen besuchen Qualifizierungsmaßnahmen, nehmen Arbeitsgelegenheiten wahr oder wurden als arbeitsunfähig bewertet. „Wir müssen uns für die Menschen über 50 starkmachen“, betonte Kemper, „ihr Wissen ist wichtig für die Betriebe“.

Die Annahme, ältere Mitarbeiter würden öfter gesundheitsbedingt ausfallen, würde von der Statistik widerlegt. Ältere Arbeitslose wieder attraktiver machen für die Betriebe: Das sei eine Herausforderung, der sich die Agentur stellen wolle.Eine erfreuliche Tendenz zeigt die Statistik der Langzeitarbeitslosen: Waren im August 2010 noch 42 Prozent aller Arbeitslosen länger als ein Jahr ohne Arbeit, zählt die Statistik heute noch 36 Prozent Langzeitarbeitslose. „Die Zeiten der großen Sprünge sind aber vorbei“, so Kemper. Die Tendenz bleibe wohl bestehen, der Abstand würde sich aber auf ein Normalmaß zurückbilden.

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