Musik-Tipp

Griffige Gezeiten

Hitziger Seventies-Bluesrock mit peppigem Alternative-Sounds und einer Prise Folk gemixt – Pristine um Heidi Solheim veröffentlicht ihr fünftes und bestes Album: „Road Back To Ruin“.

Schon mit dem Opener und der ersten Single „Sinnerman“ drücken die Musiker aus Tromsø/Norwegen mächtig aufs Gas. Auch bei frostigen Außentemperaturen Fenster runter, Autoradio aufgedreht und beim eingängigen Refrain mitgesungen – spätestens beim wüsten Hammondorgel-Solo wird klar: Hier geht die Reise zurück zu alten Hardrock-Zeiten. Deep Purple hier, Black Sabbath da – der Titeltrack kommt mit schleppendem Rhythmus und bleischwerem Gitarrenriff. Die Band aus dem hohen Norden klingt organisch und live – von schönen Blueslicks getragen, mit melodischem Pop und Akustik-Folk aufgehübscht. 

Griffigen Rockern wie „Landslide“ stehen sphärische Momente mit tiefer Melancholie gegenüber, etwa bei Blind Spot oder Aurora Skies. Und beim balladeskem „Cause And Effect“ zeigt Heidi ihre rührseligsten Talente. Die heiseren Stellen haben sogar etwas Joplin-Ähnliches. Die rund produzierten Songs klingen aber sonst eher frech, unbekümmert frisch – mit leichtem Rival Sons-Einschlag. Dabei geben die herrlichen ausufernden Gitarrensoli beinahe Southernrock-Feeling („Landslide“, „Pioneer“). Also: Ein bekömmlicher Balanceakt irgendwo zwischen alten und neuen Rockwelten. /ros 

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