Botschaften in Eisen gegossen

Professor Burger legt neues Buch über Frankenberger Künstler Philipp Soldan vor

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Professor Burger legte neues Buch über Frankenberger Künstler Philipp Soldan vor.

Das künstlerische Schaffen des großen Frankenberger Renaissancekünstlers Philipp Soldan hat hat jetzt in einer Gesamtschau Professor Dr. Ingenieur Helmut Burger (Biedenkopf) in einem neuen Buch zusammengefasst.

 „In Holz geschnitten, in Sand geformt, in Eisen gegossen“– so lässt sich der Arbeitsprozess des großen Frankenberger Renaissancekünstlers Philipp Soldan (1500 - nach 1569) in einfacher Form beschreiben. Seine kreative Bildersprache aber, seine biblischen Botschaften, seine Nähe zu Luthers Katechismus und seine politischen Botschaften auf Ofenplatten hat jetzt in einer facettenreichen Gesamtschau Professor Dr. Ingenieur Helmut Burger (Biedenkopf) als neues Buch vorgelegt.

Er widmete das Werk dem „Namenspatron der Philipp-Soldan-Stadt“, deren Bürgermeister Rüdiger Heß es im Vorfeld des 775-jährigen Stadtjubiläums als „wichtigen Beitrag zur öffentlichen Darstellung dieses Kapitels der Frankenberger Geschichte“ würdigte.

Am zehntürmigen Rathaus, unter den Augen der Soldanschen Schalksgesellen über dem Stadttor, überreichte Helmut Burger das erste, noch druckfrische Exemplar des neuen Druckwerks an den Bürgermeister. Es ist bereits das zweite Buch, das der studierte Fachmann für Hüttenkunde und Kulturgeschichte der Heiztechnik über Philipp Soldan verfasst hat.

Dabei bündelt Burger die Ergebnisse seiner vielfältigen Einzelarbeiten der letzten zehn Jahre, in denen er Soldan nicht nur kunstgeschichtlich zwischen großen Zeitgenossen wie Dürer oder Cranach eingeordnet, sondern auch eigene Blickwinkel zur Interpretation der Theologie der „eisernen Bibeln“ eröffnet hat. Zwischen 2008 und 2015 veröffentlichte Helmut Burger in der Frankenberger Zeitung, betreut von den Redakteuren Horst Giebel und Dr. Karl Schilling, 49 ganzseitige Beiträge zu 19 Themen aus dem Lebenswerk Philipp Soldans.

Dabei ging es etwa um Ofenbau, die Weihnachts- oder Osterbotschaft, Gleichnisse und biblische Figuren, aber auch um protestantische Papstkritik und Friedensallegorien auf historischen Ofenplatten.

Diese Zeitungsserie Burgers zeichnete sich bereits damals durch enge thematische Eingrenzung, relevante Einzelaspekte und lebendige Bebilderung aus – aber auf Zeitungsblättern leider nur „für den Tag“ geschrieben. Alle diese gesammelten 49 Einzelaufsätze sind nun in dem neuen Bildband gesichert worden.

Die Frankenberger Druckerei Schöneweiß hat die Zeitungsseiten nicht etwa einfach als Faksimile wiedergegeben, sondern in einem anspruchsvollen Textlayout mit großen, teilweise zusätzlichen Bildern in hervorragender Druckqualität nun auch optisch aufgewertet.

Der Betrachter entdeckt in den Eisenplatten Soldans Einzelheiten, die er früher bisher noch nie in dieser Schärfe, teilweise auch zusätzlich farbig markiert, erkennen konnte.

Damit dieser 182-seitige, großformatige Bildband preiswert in möglichst viele Hände gelangt, wurde das kulturhistorische Projekt unterstützt von der Stadt Frankenberg, dem Landkreis und der Sparkassenstiftung Waldeck-Frankenberg sowie der Viessmann-Allendorf-Stiftung. „Für diese großzügige Förderung bin ich sehr dankbar“, sagte Professor Burger bei der Buchübergabe am Rathaus.

Service: Das Buch von Helmut Burger „Philipp Soldan, Formenschneider. Namenspatron der Philipp-Soldan-Stadt“, 182 Seiten mit vielen Bildern, Hardcover, Großformat, ist erhältlich in der Buchhandlung Jakobi Frankenberg zum Preis von 18,50 Euro. 

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