Polizei-Tipps zu Kinderbildern im Netz

Waldeck-Frankenberg: Polizei rät, Profile im Internet besser zu schützen

Zurückhaltung üben: Die Polizei rät, möglichst keine Kinderbilder ins Netz zu stellen.
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Zurückhaltung üben: Die Polizei rät, möglichst keine Kinderbilder ins Netz zu stellen.

Im Internet und im Darknet werden Bilder mit kinderpornografischem Inhalt geteilt. Allerdings tauchen auf den Plattformen auch vermeintlich harmlose Bilder auf.

Waldeck-Frankenberg – Dabei handelt es sich um Kinderbilder aus sozialen Netzwerken. Das bestätigt die Polizei in Nordhessen. Eine TV-Dokumentation hat jüngst das Ausmaß offengelegt. Abertausende solcher Bilder finden sich in Rubriken mit Bezeichnungen wie „nicht nackt“. Die Polizei gibt Tipps, wie insbesondere Eltern sich schützen können.

Nicht jedes Bild teilen

Über allem stehe die genaue Prüfung, ob ein Bild überhaupt online gestellt werden müsse. Oft werden von Eltern oder den Kindern selbst Bilder bei den sozialen Medien eingestellt, die die Kinder beim Spielen oder Planschen im Garten oder auch am Strand zeigen. Die Kinder sind eventuell nur mit Badesachen bekleidet. Diese Bilder könnten dann von Konten aus den sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram, Pinterest, Tiktok und anderen von Unbekannten massenweise heruntergeladen oder anderweitig beschafft werden. Anschließend werden diese Bilder auf den beschriebenen Portalen von Pädophilen verbreitet, ohne dass es sich dabei um kinder- oder jugendpornografische Abbildungen handelt.

Kaum Kontrolle

Die veröffentlichten Bilder landen auf Servern der Messengerdienste, vielfach stünden diese nicht einmal in Europa. Es würden andere Datenschutzbestimmungen gelten und es gebe spezialisierte Hacker, die solche Datenbanken knacken. Freizügige Bilder sollten auch nicht über Chats geteilt werden. Auch nicht unter Freunden. Das Internet vergesse nicht. „Wer kann schon wissen, wann und in welchem Zusammenhang diese Bilder nicht doch irgendwann auftauchen“, gibt die Polizei zu bedenken. Niemand möchte, dass etwa bei einer Bewerbung Firmen früher mal geteilte Bilder finden. Auch Statusbilder von Kindern seien nicht nötig.

Nutzerkonten sichern

Würden doch Bilder gepostet werden, sollten Eltern darauf achten, dass sowohl die Konten der Kinder als auch der Eltern auf privat gestellt seien. So könnten nur zugelassene Nutzer auf die Bilder zugreifen. Professionellen Bildersammlern sei es möglich, mit Sniffingtools im großen Stil Bilder von Accounts zu erbeuten – auch von privaten. Weitere Option für Eltern: Nur Bilder verwenden, auf denen die Gesichter der Kinder nicht zu erkennen sind.  Bei Anbietern von Fotoabzügen und Fotobüchern können die Geschäftsbedingungen geprüft werden. Sie geben Hinweise zum Umgang mit den hochgeladenen Bildern. Außerdem solle man Freunde und Verwandte bitten, Bilder nicht weiterzuverteilen.

Aufklärung ist alles

„Ein Baustein der polizeilichen Arbeit in diesem Themenfeld ist die Prävention. Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Eltern und Kinder müssen für die Thematik sensibilisiert werden, Anzeichen für Missbrauch erkennen und den Mut haben darüber zu sprechen“, sagt Polizeisprecher Dirk Richter.

Um Kinder und Jugendliche zu diesem Thema zu sensibilisieren, finden seitens des Jugendkoordinators der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg Präventionsveranstaltungen an den Schulen im Kreis statt. Bei den spielerischen Vorträgen sollen die Schülerinnen und Schüler ein Gespür für die Gefahren im Zusammenhang mit sozialen Netzwerken und dem Internet bekommen.  ddd/tk

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