Grüne: „Es ist fünf vor zwölf“

Projekte sollen Artensterben in Waldeck-Frankenberg verlangsamen

Die Ackerhummel bleibt das am häufigsten beobachtete Insekt.
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Eine Ackerhummel: Das Artensterben schreitet dramatisch voran. Auch Waldeck-Frankenberg ist davon natürlich nicht ausgenommen. Im Kreistag wurde jetzt ein Leitfaden „Insektenschutz“ beschlossen.

Die Artenvielfalt in Waldeck-Frankenberg geht immer mehr verloren. Aus diesem Grund setzt der Landkreis Waldeck-Frankenberg zahlreiche Projekte um, um den Trend zu verlangsamen.

Waldeck-Frankenberg – Das geht aus einer Antwort des Landkreises auf eine Große Anfrage der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hervor. Außerdem wurde in der jüngsten Kreistagssitzung einstimmig der Leitfaden „Insektenschutz“ beschlossen, den eine Arbeitsgruppe des Landkreises erarbeitet hatte. Die Grünen-Fraktion begrüßt die Anstrengungen, fordert die Kreisspitze aber ebenfalls auf, ihre Aktivitäten noch zu verstärken. „Beim Artensterben ist es fünf vor zwölf“, sagt Dr. Peter Koswig (Grüne).

Mit Blick auf den Verlust der Artenvielfalt werden vom Landkreis Waldeck-Frankenberg und den Grünen neben dem bedrohten Rebhuhn beispielhaft auch Amphibien genannt – darunter die Geburtshelfer- und die Kreuzkröte. „Hier gab es erhebliche Bestandseinbrüche“, berichtet der Landkreis und ergänzt: „Insbesondere bei der Geburtshelferkröte sind in den vergangenen 20 Jahren viele Vorkommen erloschen.“ Eine Reihe von Entwicklungsplänen für einzelne Standorte der Arten seien deshalb beauftragt worden.

Darüber hinaus sei in den Jahren 2019 und 2020 eine Vereinbarung zwischen dem Landkreis und dem Land Hessen geschlossen worden. Ziel sei der Erhalt der biologischen Vielfalt im Rahmen der Hessischen Biodiversitätsstrategie, wofür auch Geld vom Land bereitgestellt wird.

In den beiden Jahren seien 28 Projekte in Waldeck-Frankenberg mithilfe von Landesmitteln in Höhe von 123 000 Euro begonnen worden – hierbei geht es unter anderem um die Freistellung eines Magerrasen- und Heidelebensraumes in Willingen, die Pflege von zwei Streuobstbeständen in Frankenberg sowie um die Fortführung eines Ackerwildkrautprojektes in Bad Wildungen.

Zusätzlich dazu hat der Landkreis selbst seine Anstrengungen deutlich verstärkt, um dem Verlust der Artenvielfalt entgegenzuwirken. Waren es im Jahr 2013 noch 5000 Euro, die aus dem Kreishaus für die Förderung von Maßnahmen zur Biodiversität zur Verfügung gestellt wurden, sind es 2020 bereits 71.000 Euro. (Philipp Daum)

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