Gemündener Sozialdemokrat Heinz-Jürgen Hammer wollte gegen Frese (CDU) antreten

Protest-Aktion gegen Wahl des Vize-Landrats

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Stadtverordneter in Gemünden und bis Donnerstag Kandidat für den Ersten Kreisbeigeordneten: Heinz-Jürgen Hammer.

Waldeck-Frankenberg. Für eine Überraschung im Vorfeld der Wahl des Ersten Kreisbeigeordneten, die am Montag im Kreistag in Korbach ansteht, hat der Gemündener Sozialdemokrat Heinz-Jürgen Hammer gesorgt.

Das ehemalige SPD-Kreistagsmitglied hat sich um die Position des Vize-Landrates beworben – aus Protest gegen den Kandidaten der Koalition aus SPD und CDU, Karl-Friedrich Frese (CDU). „Einige in der SPD haben wohl vergessen, wie unfair Frese in der vorausgegangen Legislaturperiode als Oppositionsführer mit der damaligen Kernkoalition aus SPD und Grünen umgegangen ist“, sagte Hammer unserer Zeitung. 

Er hat seine Bewerbung als unabhängiger Kandidat eingereicht, nicht als SPD-Vertreter. „Mir war klar, dass ich keine Chance auf den Posten habe, aber ich wollte ein Zeichen setzen“, betonte er. 

Unterstützung hätte der 62-Jährige bei der Wahl von den beiden Fraktionsmitgliedern der Linken erhalten. „Wir wollten Hammer für das Amt vorschlagen“, sagte Linken-Fraktionsvorsitzende Heidemarie Boulnois. Doch dazu wird es nicht kommen. 

Am Donnerstag, just als die Linken ihre Entscheidung für Hammer öffentlich bekannt geben wollten, zog der seine Kandidatur zurück. „Ich wurde von SPD-Vertretern eindringlich und intensiv dazu aufgefordert“, erläuterte er. „Damit hat die SPD erst recht einen großen Scherbenhaufen angerichtet“, kommentierten die Linken. 

Wie unsere Zeitung zudem erfuhr, hatte sich neben Frese und Hammer auch noch ein dritter Kandidat um das Amt des Vize-Landrats beworben – und zwar ein früherer Arolser mit CDU-Parteibuch, der jetzt in einem Bonner Ministerium arbeitet. Über seine Kandidatur hatte er keinen der Christdemokraten im Kreis informiert. Mittlerweile hat aber auch er entschieden, bei der Wahl am Montag nicht mehr anzutreten.

Weitere Details und Aussagen zur Wahl des Ersten Kreisbeigeordneten lesen Sie in der gedruckten WLZ am Freitag, 17. März 

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