Kinderärzte raten dringend zur Impfung gegen Masern

„99 Prozent werden geimpft“

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Ein kleiner Pieks, einige Wochen später ein zweiter, und schon sind Kinder und Erwachsene gegen Masern immun. Heimische Ärzte empfehlen dringend, schon kleine Kinder gegen die Viruserkrankung zu schützen.Fotos: dpa/ Courtesy of C. S. Goldsmith; William Bellini, Ph.D./CDC

Waldeck-Frankenberg - Zwei Stiche, und die Sache ist erledigt: 99 Prozent der Kinder in Waldeck-Frankenberg werden gegen Masern geimpft. An die letzten Erkrankungsfälle können sich heimische Ärzte fast nicht mehr erinnern. Damit das so bleibt, empfehlen sie Eltern, ihre Kinder auch künftig durch eine Impfung zu schützen.

Lange haben die Impfpässe in der Schublade geschlummert, aber durch die Ereignisse der vergangenen Tage werden sie wieder hervorgeholt. Denn Mediziner und Politiker befürchten nach Hunderten von Masern-Fällen in Berlin eine Epidemie und bringen eine Impfpflicht ins Gespräch.

„In den vergangenen fünf oder zehn Jahren kann ich mich an keinen einzigen Masern-Fall erinnern“, sagt der Korbacher Kinderarzt Dr. Hans-Friedrich Kobel. Und auch Kollegin Dr. Meike Bökemeier berichtet von nur zwei Fällen in zwölf Jahren. „Wir impfen auf dem Land gut durch“, erklärt Kobel. Etwa 99 Prozent der Eltern würden den Empfehlungen folgen, erklärt auch Meike Bökemeier. Seit Montag rufen in ihrer Praxis nun auch vermehrt Eltern an, um die Impfung nachzuholen.

Zwar würden Mütter und Väter inzwischen Impfungen kritischer hinterfragen, während früher „einfach geimpft“ wurde. Das sei gut so. „Aber es gibt kein gutes Argument gegen die Masern-Impfung“, betont die Kinderärztin. Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission seien gut durchdacht. „Ich finde nicht, dass wir alles impfen müssen, was möglich ist“, sagt Dr. Meike Bökemeier. „Aber wenn schwere oder tödliche Folgen möglich sind, gibt es keine Alternative.“

Mehr zum Thema Masern - unter anderem, wann der letzte Fall der hochansteckenden Krankheit in Waldeck-Frankenber diagnostizierte wurde - lesen sie in der Mittwochausgabe von WLZ und FZ.

Von Theresa Demski

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