CDU will Hessische Familienkarte stärker befördern – Mehrheit im Kreistag skeptisch

Rabattkarte für junge Familien

Waldeck-Frankenberg - Die „Hessische Familienkarte“ bietet seit anderthalb Jahren Vergünstigungen und Service für junge Familien. Die CDU möchte die Karte im Landkreis mehr beflügeln - die Mehrheit im Kreistag ist jedoch verhalten.

Karte stärker bewerben im Landkreis, zusätzliche Angebote ausloten, gezielt Partner aus der Wirtschaft dazu suchen: Das war der Dreiklang, den sich die CDU-Fraktion im Kreistag zur Hessischen Familienkarte gewünscht hätte. „Was an Beschlussfassung vom Kreisausschuss hier vorliegt, geht aber komplett an unserem Antrag vorbei“, beklagte CDU-Sprecherin Kathrin Schäfer diese Woche im Parlament.

Familienkarte seit 2010

Die Union hatte ein Thema aufgegriffen, das die Landesregierung seit Herbst 2010 versucht, in die Breite zu tragen: Es gibt eine scheckkartengroße Familienkarte für alle Hessen, die Vergünstigungen und Service bietet zwischen Darmstadt und Diemelstadt. Das Ziel: Immer mehr Kommunen, Vereine und Unternehmen sollen sich beteiligen, um jungen Familien einen Vorteil zu bieten - ob beim Einkaufen oder im Museum. Hinzu kommen kostenlose Haftpflicht für Kleinkinder bis hin zur Vermittlungsbörse für Kinderbetreuung.

Aus Sicht der CDU könnte eine Stärkung der Hessischen Familienkarte ein Mosaikstein sein, um Wal-deck-Frankenberg für Familien noch attraktiver zu machen. Auch als Standortfaktor für Unternehmen und Arbeitskräfte, denn der demografische Wandel lässt insbesondere ländliche Regionen schrumpfen.

Die Familienkarte der schwarz-gelben Landesregierung hat folgerichtig ebenso in den Reihen der FDP-Fraktion im Kreis deutliche Befürworter. Devise: Die vielfältigen Angebote sind gut, dies in der heimischen Kommunalpolitik bekannter zu machen, sei doch eine Selbstverständlichkeit.

FWG-Sprecher Uwe Steuber fand es deshalb betrüblich, dass bislang erst sieben Unternehmen und Institutionen als Partner bei der Hessischen Familienkarte im Boot sind. So hätten sich die Freien Wähler vom Landkreis ebenfalls etwas mehr Rückenwind für die Familienkarte gewünscht.

Bündnis Beruf und Familie

Bei Rot-Grün im Kreistag war indes die Resonanz verhalten. Jeder einzelne Politiker im Kreistag könne persönlich dafür werben. Aber den Kreisausschuss mit einer Initiative für die Hessische Familienkarte zu befassen „erscheint uns nicht erforderlich“, erklärte SPD-Sprecherin Elke Fincke. Für die Grünen ist die Familienkarte „im Moment noch eher eine Rabattkarte für kommerzielle Anbieter“, monierte Christine Möller. Das Land fördere die Familienkarte mit einer Million Euro, aber dieses Geld sei zur Unterstützung von Projekten in den Kommunen viel besser angelegt.

Heidemarie Boulnois (Linke) befand eher eine regionale Familienkarte für Waldeck-Frankenberg als sinnvoll. Und Sascha Brandhoff (Piraten) verwies auf eine stärkere Nutzung der „Nordhessen-Card“.

So wurde der Vorstoß der CDU mehrheitlich abgelehnt - und der Vorschlag des Kreisausschusses angenommen: Der Kreis habe bereits ein aktives Bündnis für Beruf und Familie, das gezielt bei Mitgliedsbetrieben auf die Familienkarte hinweisen könne. Bei allen „familienpolitischen Veranstaltungen auf Kreisebene“ soll dem hessischen Sozialministerium künftig zudem „die Gelegenheit zur Teilnahme“ angeboten werden, um die Karte zu bewerben.

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