Waldeck-Frankenberg

Rechtzeitige Krebsvorsorge kann Leben retten

- Waldeck-Frankenberg (resa). Unbemerkt fristen sie ihr Dasein im Darm. Kleine Polypen entwickeln sich dann zuweilen zu gefährlichen Krebsgeschwüren. Rechtzeitig entdeckt, können sie aber ohne großen Aufwand entfernt werden.

Kaum ein Krebs ist so berechenbar wie der Darmkrebs. Viele Jahre lang brütet er im Körper des Menschen, bevor er gefährlich wird. „Wer also rechtzeitig vorsorgt, kann Darmkrebs verhindern“, betont Dr. Gerhard Eschenhagen aus Korbach. Bei Darmspiegelungen nämlich können Ärzte auf Adenom-Polypen aufmerksam werden. Sie sind Krebsvorstufen und können ohne großen Aufwand entfernt werden, das Darmkrebsrisiko ist dann fürs erste vom Tisch. 64 Frauen und 43 Männer kamen 2008 zu Dr. Eschenhagen, um sich der Darmspiegelung 
zu unterziehen. „Bei 36 Prozent der Männer und 27 Prozent der Frauen wurden Adenom-Polypen gefunden, entfernt und 
untersucht“, erklärt der Korbacher Internist. Der Hessendurchschnitt liegt bei rund 28 Prozent. „Wir müssen die Beteiligungsrate der Bevölkerung an der Krebsvorsorge steigern“, betont auch Dr. Peter Koswig, Sprecher des Wal-decker Ärztenetzes, angesichts dieser Zahlen. Schließlich seien Krebserkrankungen immer noch die zweithäufigste Todesursache. Die Krankenkassen unterstützen den Appell der Ärzte. So setzten die Krebsfrüherkennungsrichtlinien fest, dass 
Frauen ab dem 20. Lebensjahr Vorsorgeuntersuchungen auf Unterleibskrebs bezahlt bekommen, ab dem 35. Lebensjahr 
Untersuchungen der Brust und der Haut und ab dem 50. Lebensjahr Tests des Dirckdarms. Bei Männern werden Früh-
erkennungsmaßnahmen der Haut ab dem 35. Lebensjahr, der Prostata ab dem 45. Lebensjahr und des Dickdarms ab dem 
50. Lebensjahr von den Krankenkassen unterstützt. „Dabei gibt es in Sachen Darmkrebs ganz verschiedene Möglichkeiten der Vorsorge“, erklärt Dr. Eschenhagen. Zwischen 50 und 55 Jahren hätten Männer und Frauen Anspruch auf einen Stuhltest im Jahr. „Der ist aber ungenau“, sagt Eschenhagen und empfiehlt die Darmspiegelung. Zwei Vorsorge-Koloskopien im Abstand von zehn Jahren oder Stuhltests alle zwei Jahre bezahlt die Krankenkasse. 
„Wenn dann Polypen gefunden werden, gelten andere Regelungen“, betont der Korbacher Mediziner. Auch für Patienten mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko etwa wegen erblicher Vorbelastung oder chronischer Darmentzündungen gelten besondere Regeln. „Dann sollte die Darmspiegelung in kürzeren Abständen erfolgen“, erklärt der Arzt. Der Aufwand für Darmspiegelungen ist inzwischen recht 
gering: Die Untersuchungen 
werden ambulant durchgeführt, der Patient spürt dabei nichts. Der einzige Haken: An den Tagen zuvor wird ein Getränk zum Abführen serviert.

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