Kurve nach Straßenausbau ohne Schutz

Reddighäuser fragen: Wo ist die Leitplanke hin?

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Die Landesstraße zwischen Dodenau und Reddighausen wurde saniert. Dabei wurden auch neue Leitplanken gesetzt – aber in dieser Kurve nicht mehr auf beiden Seiten, wie Einheimische kritisieren.

Nach der Sanierung der Landesstraße zwischen Dodenau und Reddighausen vermissen Einheimische eine Leitplanke in einer Kurve. Sie war vor dem Straßenausbau noch vorhanden.

Dodenau/Reddighausen - Die Kurve kommt am Ende der langen, geraden Gefällstrecke aus Richtung Reddighausen. Weil neben der Straße eine Böschung zu einer Wiese hinunter führt, sei das eine Gefahrenstelle, sagt auch der Reddighäuser Ortsvorsteher Marcus Bettelhäuser. Und die Strecke wird von vielen Motorradfahrern genutzt, die in den Dodenauer Biker-Hotels einkehren. 

Unsere Zeitung hat bei Hessen-Mobil in Bad Arolsen nachgefragt, das für die Straßensanierung und das Aufstellen von Leitplanken zuständig ist. Hessen-Mobil-Pressesprecher Marco Lingemann teilte in dieser Sache mit, dass die bestehenden Schutzeinrichtungen an der L 3382 zwischen Reddighausen und Dodenau für die Bautätigkeiten zur Erneuerung der Fahrbahn abmontiert werden mussten. Da das Material nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprochen habe, seien entlang der Straße neue Leitplanken aufgestellt worden. 

Lingemann verweist auf die „Richtlinie für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeug-Rückhaltesysteme“ des Bundesverkehrsministeriums, die Grundlage für die Aufstellung von Leitplanken sei.

 „Diese beschreibt, an welchen Gefahrenstellen welche Art von Schutzeinrichtungen erforderlich sind.“ „An der beschriebenen Kurve befindet sich kein festes Hindernis wie ein Baum. Gleichwohl ist die Böschung hier höher als drei Meter. Nach der seit 2010 gültigen Richtlinie sind an solchen Stellen nur dann Schutzeinrichtungen aufzustellen, wenn die durchschnittliche Menge der Fahrzeuge pro Tag die Zahl 3000 übersteigt. Diese Einschränkung gab es in der alten Richtlinie nicht“, erläutert Lingemann. „Aus unserer Sicht besteht an der Kurve kein erhöhtes Unfallrisiko, das eine Schutzeinrichtung rechtfertigen würde.“ 

Das wundert manche Einheimische, die diese Strecke mit der Bundesstraße zwischen Battenberg und Laisa vergleichen, wo erst vor wenigen Monaten einige Hundert Meter neuer Leitplanken gesetzt wurden. „Zwischen Battenberg und Laisa befinden sich zahlreiche Bäume am Straßenrand“, sagt dazu Marco Lingemann. „Der Richtliniengeber weist an, dass vor festen Hindernissen bei einer maximal erlaubten Geschwindigkeit zwischen 60 und 100 km/h am äußeren Fahrbahnrand eine Schutzeinrichtung einzusetzen ist.“ Hintergrund sei „die stetig steigende Zahl von tödlichen Baumunfällen“. Über ein Viertel aller bei Verkehrsunfällen getöteten Fahrzeuginsassen würden beim Zusammenstoß mit einem Baum sterben, so Lingemann. 

In der Kurve zwischen Reddighausen und Dodenau stand übrigens vorher ein Baum. Er wurde im Zuge der Straßensanierung gefällt.

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