Paarungszeit ist in vollem Gange – Jägerschaft rät zur Achtsamkeit

Rehe kreuzen derzeit verstärkt die Straßen

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Leitpfosten mit blauen Reflektoren bei Vöhl: Normalerweise hilft diese Kombination, um Wild von Straßen fernzuhalten. Doch in der Paarungszeit der Rehe, die nun auch tagsüber stattfindet, fallen die notwendigen Lichteffekte weg. Daher gilt: Immer vorsichtig fahren!

Waldeck-Frankenberg. Ein wenig früher als sonst hat die Paarungszeit (Blattzeit) des Rehwildes begonnen. Das heißt: Derzeit müssen Auto- und Motorradfahrer besonders achtsam sein, wenn sie auf den Straßen unterwegs sind. „Wildwechsel kann jetzt zu jeder Tages- und Nachtzeit passieren“, warnt Heinz Langerzik von der Waldeckischen Jägerschaft.

Der Vorsitzende erinnert in dem Zusammenhang an folgenden Jägerspruch: „Der Bock liebt die Sonneglut, der Hirsch die kühle Nacht“. Bedeutet: Weil es in den vergangenen Tagen warm und trocken war, hat die Blattzeit des Rehwildes bereits eingesetzt. „Sie wird jetzt noch etwa zwei bis drei Wochen dauern“, so Langerzik. Wenn es in der Nacht wieder kühler und zum Teil auch frostig werde, beginne zudem die Brunftzeit der Hirsche.

Mit Blick auf die Gefahr durch Wildwechsel appelliert der Vorsitzende der Waldeckischen Jägerschaft an alle Verkehrsteilnehmer, vorausschauend zu fahren und gerade in Waldgebieten vom Gas zu gehen. „Momentan helfen auch die blauen Reflektoren an den Leitpfosten nicht“, sagt Langerzik. „Die Reflektoren senden einen blauen Strahl auf die Fahrbahn. Dieser trägt dazu bei, dass das Wild nicht weiterläuft. Der Effekt entfaltet aber nur frühmorgens oder in der Dämmerung seine volle Wirkung, da zu dieser Zeit der Hell-Dunkel-Unterschied am ausgeprägtesten ist“, so Langerzik. Tagsüber sei das nicht der Fall – selbst wenn am Auto das Licht eingeschaltet sei.

„Wer alleine auf der Straße ist und ein Reh vor sich auftauchen sieht, hat möglicherweise noch die Chance zu bremsen, weil er dadurch auch keinen anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet“, sagt Langerzik. Bestehe die Möglichkeit aber nicht, sei eine Kollision mit dem Wild immer vorzuziehen. „Das ist in solchen Situationen natürlich leichter gesagt als getan“, weiß auch der Vorsitzende der Waldeckischen Jägerschaft.

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