4. Tag der offenen Gärten Waldeck-Frankenberg · Inspiration und Wissensaustausch

Lob für reiche Gartenvielfalt

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Waldeck-Frankenberg (md) - Tausende von Blumenfreunden machten sich am vergangenen Wochenende auf, um einen Blick in fremde Gärten zu erhaschen. Zum 4. Tag der offenen Gärten hatten 50 Gartenbesitzer ihre Oasen für die Öffentlichkeit geöffnet – wie groß die Zahl, so groß die Vielfalt.

Ein Kunstpfad, der noch im Entstehen ist, doch für den Tag der offenen Gärten schon reizvoll in himmelblauem Lein und lilafarbener Phacelia gezeichnet ist; ein Terrassengarten mit Ausblick, in dem Rosen ebenso Platz haben wie wilde Gräser; ein Garten, der mit seinen Pflanzen die Sinne von alten oder kranken Menschen belebt oder in dem die außergewöhnlichsten Kräuterschätze wachsen; eine private Oase, die mit ihren riesigen alten Bäumen den Charakter eines Parks angenommen hat; Gärten, die aufwendig nach japanischem oder englischem Vorbild gestaltet wurden; historische Anlagen, Bauern- und Nutzgärten, eine Streuobstwiese und nach ökologischen Kriterien bearbeitete Gärten – sie alle gehörten zu den Reichen, die am Samstag und Sonntag in ganz Waldeck-Frankenberg dank der Freundlichkeit der Gartenbesitzer Besuchern offen standen.

Wieder war es die Unterschiedlichkeit der Gärten – und ihrer Besitzer –, die nicht nur für großes Interesse, sondern auch für viel Gesprächsstoff unter den Gartenreisenden sorgte. Ein Blick auf eine Pflanze – und schon folgte Austausch. „Manche Gäste nutzten aber auch die Gelegenheit, einfach mal zu sitzen und den Blick zu genießen“, sagte Brigitte Bracht in Rhoden. Für jeden Geschmack war etwas dabei; die Gartenbesitzer wurden mit viel Lob bedacht. Es war unübersehbar, wie viel Mühe sie sich im Vorfeld gemacht hatten. Einige hatten Dokumentationen über das Werden ihres Gartens erstellt, andere boten den Gästen nicht nur ein offenes Ohr oder wichtige Informationen, sondern auch Lukullisches für den guten Zweck.

So servierte Vera Göbel Brot mit selbst gemachter Kräuterbutter sowie -limo – wer wollte, konnte dafür an den Verein für krebskranke Kinder spenden. In Armsfeld haben Kinder zum Tag der offenen Gärten ebenfalls eine besondere Spendenaktion gestartet. Dort ist die achtjährige Michelle an Krebs erkrankt und kann derzeit nicht zur Schule gehen. Damit sie mehr von den nötigen Schularbeiten mitbekommt, wünscht sie sich ein iPad – das für die Eltern aber nicht zu finanzieren ist. So kamen ihre Geschwister Basti und Leon auf die Idee, Marmelade zu kochen und sie am Garten von Miriam und Frank Willnat zu verkaufen – für die gute Sache versteht sich. Zur Auswahl standen mehrere Sorten Erdbeermarmelade. Auch kleine Pflanzen hatten sie zum Verkauf eingetopft, darunter den ebenso schönen wie wohlschmeckenden Riesengänsefuß. Freunde von Willnats verkauften Waffeln für die gute Sache. Ein paar Häuser weiter unten in der Straße zeigten die Nachbarskinder Philipp und Felix Kranewitz ihr selbst gebautes Biotop und boten Spielzeug an, um ihren Beitrag dafür zu leisten, dass Michelle ihr iPad bekommt. Ihr Engagement wurde belohnt, Besucher unterstützten die Aktion generös: Am Sonntagabend war das Geld zusammen.

Viele der Gartenbesitzer nahmen sich gern Zeit für Gespräche und Austausch – und das nicht nur über Blumen und die kleinen Sorgen des Gärtnerlebens, sondern auch darüber, was für eine enorme Kraft Gärten spenden können, welche Ideen sie freisetzen. Das zu entdecken in Gesprächen, geführt über die Blumen hinweg – das hat den 4. Tag der offenen Gärten Waldeck-Frankenberg zu etwas ganz Besonderem gemacht.

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