Kunden in Waldeck-Frankenberg zurückhaltend

Reisebranche in der Krise: Betriebe kämpfen trotz Überbrückungshilfen ums Überleben

ARCHIV - 26.05.2020, Niedersachsen, Norderney: Eine Frau sonnt sich in ihrem Strandkorb am Meer. Corona hat eine der liebsten Beschäftigung der Deutschen über den Haufen geworfen: das Reisen. Viele machen nun Urlaub wie in den 1970er Jahren (zu dpa "Urlaub von der Pandemie: Kleine Kulturgeschichte der Ferienwohnung"). Foto: Rolf Vennenbernd/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Eine Frau sonnt sich in ihrem Strandkorb am Meer. Corona hat eine der liebsten Beschäftigung der Deutschen über den Haufen geworfen: das Reisen. Viele machen nun Urlaub wie in den 1970er Jahren.

Die Reisebranche in Deutschland ist wegen der Corona-Einschränkungen noch immer in der Krise. Laut Statistischem Bundesamt verzeichneten die Reiseanbieter in Deutschland einen Umsatzeinbruch von 23 Prozent im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr.

Auch wenn das Bundeswirtschaftsministerium Reisebüros und kleineren Reiseveranstaltern Überbrückungshilfen zugesichert hat, kämpfen aktuell gerade einige dieser Betriebe um das wirtschaftliche Überleben. Zumindest in kleineren Städten und auf dem Land, sagt Michael Heydasch, Inhaber des TUI-Reisecenters in Frankenberg: „Die Reisefreudigkeit der Menschen hängt stark von ihrem Wohnort ab. In Frankenberg herrscht noch immer Zurückhaltung bei den Kunden, viele haben Angst vor Corona und damit zusammenhängenden massiven Beschränkungen im Sommerurlaub“, schildert er seine Erfahrungen.

Kollegen in größeren Städten wie Kassel oder Frankfurt würden von gegensätzlichen Erfahrungen berichten, bei einigen von ihnen sei die Auftragslage wieder nahezu wie vor der Ausbruch der Pandemie, berichtet er. Dies zeige, dass die Mentalität unmittelbaren Einfluss auf die Reisebereitschaft und die Angst vor unerfreulichen Vorfällen habe.

Oftmals handele es sich dabei gar nicht konkret um die Furcht vor Covid-19, sondern eher um Befürchtungen, massive Beschränkungen könnten das Urlaubserlebnis beeinträchtigen: sei es der Ausfall des gebuchten Buffets, die Maskenpflicht am Strand oder die Absage bereits organisierter Veranstaltungen, erklärt Johanna Bergmann vom TUI-Reisecenter Korbach. Auch wenn man jetzt die ersten Anzeichen einer zunehmenden Urlaubsnachfrage verzeichnen könne, wäre das Reisejahr 2020 kaum noch zu retten. Man hoffe drauf, zumindest im nächsten Jahr zu einer gewissen Normalität zurückzukehren

Tatsächlich ergibt eine Umfrage der Online-Plattform YouGov im Auftrag der DEVK-Versicherung, dass 35 Prozent der 2051 befragten Deutschen Sorge vor coronabedingten Beschränkungen im Urlaub haben.

Die Angst vor einer Erkrankung an Corona wurde dagegen nur von 23 Prozent genannt. Diese Furcht seitens der Kundschaft führe zu einem starken Rückgang der Buchungen, massenweise Stornierungen und zahlreichen Umbuchungen, berichtet Heydasch.

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