Kreuzfahrten sind angesagt

Reisetrends: Der Preis zählt mehr als Umweltschutz

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Waldeck-Frankenberg. Klimaschutz ist für Urlauber nicht besonders wichtig. Das ist bislang die Erfahrung einiger Reisebüro-Betreiber im Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Auf Nachfrage nannten sie hingegen Kreuzfahrten als angesagte Art des Reisens für diesen Sommer. „Dieser Markt boomt“, sagt Faye Nolte vom Reisebüro Bierhoff in Bad Arolsen.

Zwar fragten manche Kunden nach dem Schadstoffausstoß der Schiffe. „Letztlich entscheiden sie aber unabhängig davon“, sagt Michael Heydasch vom TUI-Reisecenter in Frankenberg. Am wichtigsten sei den meisten der Preis. Flugreisen seien oft günstiger als Urlaub innerhalb Deutschlands, vor allem, wenn dieser kurzfristig gebucht werde, erklärt Faye Nolte.

Urlauber seien Schnäppchenjäger. Beispiel Türkei: „Viele wollen die Türkei wegen der Politik Erdogans meiden. Wenn aber der Preis stimmt, spielt das keine Rolle mehr“, sagt Michael Heydasch. Griechenland und die Türkei erlebten in diesem Sommer wieder Zuwächse bei den Touristen. Ebenso werde Ägypten häufig als Reiseziel nachgefragt. Beim Thema Sicherheit für Touristen in diesen Ländern hat Heydasch keine Bedenken. „Was die Politik im Ausland angeht, muss jeder Urlauber für sich persönlich entscheiden, ob er dorthin reisen möchte.“

Die Nachfrage nach Flugreisen ins Ausland sei ungebrochen. „Ein Sommerurlaub an der Nordsee ist nicht unbedingt günstiger“, sagt Heydasch. Daher buchten viele lieber Urlaub im warmen Süden. Außerdem sei es üblich, mehrere Reisen im Jahr zu buchen, dafür eher mal zehn anstatt 14 Tage. Diesen Trend, mehrmals im Jahr zu verreisen, hat auch Jürgen Humberg (Reisebüro Humberg, Medebach) festgestellt.

Die Reisebranche ist wie andere Branchen auch mit Konkurrenz im Internet konfrontiert. Humberg: „Bei Ferienwohnungen ist der Kunde mehr und mehr im Internet unterwegs.“ Doch auch Reisebüros böten solche Unterkünfte an. 

Gastgeber und Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit spielt nach den Erfahrungen der Reisebüros bisher bei Urlaubern eine untergeordnete Rolle. In Hotels würde jedoch vermehrt vegetarische und vegane Verpflegung nachgefragt. Reiseveranstalter würden weniger Kataloge drucken. Einige Veranstalter engagierten sich zudem für Kampagnen gegen Plastik. Daneben gingen Hotels dazu über, Handtücher nicht mehr täglich zu waschen und Plastik-Strohhalme nur noch auf Nachfrage auszugeben.

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