Pandemie und Advent fordern Zusteller heraus

Rekordmenge an Paketen in Waldeck-Frankenberg erwartet

Zwei- bis dreimal mehr Pakete als im restlichen Jahr schlagen in der Adventszeit im Paketshop im Usselner Schuh- und Sporthaus Kleine auf, weiß Mitarbeiterin Janine Gabb. Während der Pandemie sei es noch mal merklich mehr
+
Zwei- bis dreimal mehr Pakete als im restlichen Jahr schlagen in der Adventszeit im Paketshop im Usselner Schuh- und Sporthaus Kleine auf, weiß Mitarbeiterin Janine Gabb. Während der Pandemie sei es noch mal merklich mehr

In der Pandemie wurden mehr Päckchen verschickt als je zuvor und die Vorweihnachtszeit tut ihr übriges: Auch in Waldeck-Frankenberg wird ein Paket-Rekord erwartet.

  • Während der Corona-Pandemie ist die Anzahl an Paket-Sendungen gestiegen.
  • Vor Weihnachten erwarten Zusteller Anstiege von 15 oder 20 Prozenz im Vergleich zum Vorjahr.
  • Es ist ohnehin die Zeit des Jahres mit stärksten Paketversand – das Personal wird aufgestockt.

Waldeck-Frankenberg – Paketzusteller verzeichnen im Advent während der Pandemie Paketmengen in Rekordhöhe: Bundesweit rechnet DHL im Dezember mit einem 15 Prozent höheren Aufkommen als im Vorjahr, erklärt Pressesprecher Thomas Kutsch. Im Weihnachtsmonat werden rund doppelt so viele Pakete wie im Rest des Jahres versendet. Die Zustellstützpunkte (ZSP) in den Mittelzentren decken auch deren Umkreis ab: In Korbach fallen derzeit 3000 bis 3500 Pakete am Tag an, in Frankenberg mehr als 3000, in Bad Arolsen und Bad Wildungen jeweils um die 2000.

Auch bei den Briefmengen gebe es „vorweihnachtlichen Starkverkehr“, erklärt Kutsch: „Auch die Corona-Situation wird sicherlich dazu beitragen, dass mehr private Briefe und Postkarten geschrieben werden.“ Direkt vor Heiligabend erwarte DHL neue Rekordmengen von bundesweit mehr als elf Millionen Paketsendungen am Tag, aktuell seien es in der Spitze rund neun Millionen.

Auch private Sendungen nehmen in Pandemie zu

Konkurrent Hermes spricht für den Zeitraum Oktober bis Dezember von einem im Vergleich zum Vorjahr 20 Prozent höherem Paketaufkommen, bundesweit werden in Spitzenwochen zwölf Millionen Pakete erwartet: „Derzeit werden mehr als 6000 Sendungen in der Region Waldeck-Frankenberg zugestellt“, schildert Sprecher Sebastian Kaltofen die tägliche Lage.

Dabei geht es nicht nur Online-Bestellungen, eine von Hermes initiierte Studie zeige, dass auch der private Paketversand deutlich steige: Nahezu jeder Zweite hat seit Beginn der Corona-Einschränkungen im März ein Geschenkpaket an Freunde und Verwandte verschickt oder eines von ihnen erhalten.

Paketzusteller stellen mehr Personal ein

Die Zusteller reagieren mit erhöhtem Personaleinsatz: In Frankenberg sind für DHL nun 60 statt 55 Mitarbeitern zuständig, in Bad Wildungen 27 statt 22, im auch etwa für Korbach und Bad Arolsen zuständigen ZSP Warburg sind wegen des Starkverkehrs zehn bis zwölf Personen mehr an Bord als im restlichen Jahr. „Wir haben für diese Zeit zusätzliches Personal eingestellt, um Fluktuationen entgegenzuwirken sowie die Entlastung der Kollegen zu gewährleisten“, erläutert Thomas Kutsch.

Hermes hat bundesweit seine Sortierkapazität um 30 Prozent erhöht, es sind 3500 zusätzliche Mitarbeiter und 3900 Fahrzeuge mehr als sonst im Einsatz.

Es den Paketboten einfacher machen

Das Zustellsystem sei ausgelastet, aber stabil, erklärt Thomas Kutsch. Es sei Zeit, den Kollegen Danke zu sagen und es ihnen einfach zu machen. Da solle sich jeder fragen, was sein muss und was nicht: Optionen wie einen Wunsch-Ablageort oder Packstationen zu nutzen, helfe ihnen, das Pensum zu bewältigen.

Auch wenn DHL gerüstet sei: Wie sich der neue „harte Lockdown“ auswirkt, sei unmöglich zu sagen. Mit einem Ausweichen auf Online-Bestellungen sei zu rechnen – Kunden sollten sich fragen, ob das noch sein muss oder Weihnachten auch anders begangen werden kann. (wf)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare