Renault Zoe im Test

Markant mit dem Strom

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Mit Sicken in der Motorhaube, leicht geänderten LED-Scheinwerfern und markanten Lüftungsschlitzen wirkt der Renault Zoe noch sportlicher als zuvor.  

Elektromobilität soll die Welt CO2-freier machen. Vor allem kleine, klimafreundliche Elektroautos sind im Trend. Wie der Stromer-Bestseller in Deutschland: Der Renault Zoe tritt noch stärker, ausdauernder und innovativer auf. Im Test: Der Z.E. 50 mit 52 kWh-Batterie und 135-PS-E-Motor.

Der Zoe mit seinem Minivan-Konzept wird bereits seit 2013 gebaut. 27.000 verkaufte Fahrzeuge – das bedeutet Platz eins auf dem noch kleinen deutschen Elektroautomarkt. Auch angetrieben von Politik und Klimadebatte, blasen andere Hersteller in diesem Frühjahr mit neuen Kompakt-Stromern zum Angriff – Peugeot mit dem e-208, Opel mit dem Corsa-e, und VW mit dem ID.3. Also hat Renault den Zoe aufgerüstet. Herzstück ist die größere Batterie, die 395 Kilometer Reichweite (WLTP) schafft. Zudem gibt es einen Motor mit deutlich mehr Power, ein neues Ladesystem (CCS), das mobiles Aufladen an Gleichstrom-Schnellladern ermöglicht, neue Assistenzsysteme und ein besseres Fahrwerk.

Das schick gestylte Interieur mit flauschigem Stoff und einigen edelen Metall-Applikationen.  

Dem gegenüber fällt das optische Facelift weniger ins Gewicht, verleiht dem kleinen Franzosen aber einen noch dynamischeren Auftritt: Dazu gehört der neue Kühlergrill, größere, plastisch gestaltete Lufteinlässe, modifizierte LED-Scheinwerfer, filigrane Heckleuchten und markante Sicken in der Motorhaube. Noch stärker verändert zeigt sich das Interieur der getesteten „Experience“-Ausstattung: Die Kunststoffe im Sichtbereich wirken deutlich hochwertiger, dazu verwöhnt mattschimmerndes Metall am Sport-Lederlenkrad und an den Türgriffen. Zu den Highlights gehören die aus dem Clio bekannten, klassisch runden, geriffelten Klimatisierungs-Drehschalter. Nicht nur diese edelen Details zaubern Premium-Flair, auch die weichen, bequemen Sitze geben ein fast gemütliches Wohlfühl-Ambiente. Sie sind mit flauschig hellgrauem Stoff bezogen, womit auch ein Teil des Armaturenbretts bespannt ist. Dem Zeitgeist folgend, wurden recycelbare Materialien verwendet.

Gute Sicht auf die Straße

Von der hohen Sitzposition aus haben Fahrer und Beifahrer eine hervorragende Sicht auf die Straße. Der Fußraum ist klein, doch das Raumgefühl ist luftig – der großen Frontscheibe sei dank. Auch im Fond sitzt man bequem auf den hoch angebrachten Sitzen, bien sur im Kleinwagen – für die Knie gibt es wenig Platz. Dafür erscheint der Kofferraum relativ groß, denn der Laderaum reicht tief hinunter – im Autoalltag eher unpraktisch.

Prägnant vor dem Armaturenbrett prangt der zentrale Hochkant-Touchscreen in 9,5 Zoll-Größe. Die Symbole der Menüführung erscheinen trotz großem Bildschirm etwas klein, aber logisch angeordnet und nach kurzer Eingewöhnungszeit intuitiv bedienbar. Über die gut sichtbare, integrierte Navigation auf dem Touchscreen erhält man auch aktuelle Informationen über Verkehrslage, Gefahren auf der Strecke und Ladestationen vor Ort.

Lautloser Fahrspaß

Unterwegs zeigt sich der kleine Stromer überraschend komfortabel. Fast lautlos gleitet das Auto dahin – nur ein leises Surren begleitet die Fahrt, während von Abroll- oder Windgeräuschen kaum etwas zu hören ist. Also viel Komfort dank der optimierten Geräuschdämmung.

Die quadratischen Rückleuchten haben nun filigrane Details in der Mitte.   

Aber auch der Fahrspaß ist groß. Denn der 135 PS-Motor zieht kräftig los und verleitet zum Überholen auf der Landstraße. Zudem ist die Lenkung sehr leichtgängig und feinfühlig, könnte die vielen Kurven des Waldecker Landes nur etwas präziser nehmen. Dem handlichen Fahrgefühl schadet das jedoch nicht, zumal das neue Fahrwerk sehr agil auf Richtungswechsel reagiert. So liegt das Auto auch bei flotter Fahrt fast ohne Wankbewegungen sicher auf der Straße. Dabei spricht die Federung sensibel an und mildert die Stöße der holprigen Stellen im Asphalt effektiv.

Doch das Metier ist zudem die Stadt – spritziges Wieseln um die Hausecken macht viel Spaß. Neben der Handlichkeit überzeugt das Fahrverhalten also mit einem gelungenen Kompromiss aus Sport und Komfort.

Voll alltagstauglich

Mit 395 Kilometern Reichweite geht der überarbeitete Zoe einen großen Schritt in Richtung Alltagstauglichkeit. Bei kaltem Winterwetter reduziert sich diese allerdings, zu Testbeginn zeigte der Bordcomputer 302 Kilometer an, kommt man eben nicht so weit. Nach real gefahrenen 140 Kilometern zeigt der Bordcomputer nur noch 54 Restkilometer. Allerdings lässt sich die Reichweite durch das in diesem Test nicht angewandte Rekuperieren deutlich verlängern. Einfach Fahrzeughebel auf „B“ schalten, dann funktioniert die Motorbremse mit dem elektrischen Aufladesystem. So wird die Bremsenergie gespeichert und kann danach wieder für den Antrieb genutzt werden. Natürlich ist diese Funktion im städtischen Verkehr besonders effektiv. Aber auch für die Fahrten auf dem Land – etwa für den täglichen Pendelverkehr zur Arbeit – erscheint die Speicherkapazität des Elektroauto voll alltagstauglich.

Das pfiffiges Minivan-Konzept macht den Zoe zum praktischen Stadtflitzer. 

Auch für die Sicherheit hat Renault einiges investiert und seinem Kompaktstromer neue Assistenzsysteme spendiert. So warnt das Auto automatisch vor Autos im toten Winkel, hält die Spur und tritt allein auf die Bremse, wenn’s gefährlich wird. Nach dem neuesten Upgrade schaltet der Zoe von selbst von Abblend- auf Fernlicht und parkt sogar automatisch ein.

Übrigens: Für die preisgünstige Individualisierung bieten sich die Ausstattungslinien Life, Experience und Intens an. Doch schon die Serienausstattung bietet viele Extras: das schlüssellose Zugangs- und Startsystem Keycard Handsfree, Klimaanlage, Licht- und Regensensor, das Batterieladesystem „Chameleon Charger“ und das Online-Multimediasystem Easy Link mit 7 Zoll-Touchscreen und Smartphone-Integration.

Fazit: Der überarbeitete Renault Zoe ist ein schicker, praktischer Allrounder. Handlich, sparsam und komfortabel – so scheint der kleine Franzose fit für den Wettbewerb im jetzt stark wachsenden Markt zu sein.

Zoe R135 Z.E. 50 Experience

Maße: L 4,09 / B 1,79 / H 1,56 m

Kofferraum: 338 - 1225 l

Motor: 100 kW/135 PS, 245 Nm ab 1500 U/min

Batteriekapazität: 52 kWh

Fahrleistungen: 9,5 s auf 100 km/h, 140 km/h Spitze

Reichweite: 383 km nach WLTP Preis: 25.900 + 8090 Euro für die Batterie, Batteriemiete je nach Fahrleistung: 74 bis 124 Euro/Monat.

Verbrauch: 17,7 kWh/100 km

Garantie: 160.000 km oder 8 Jahre (mind. 66 % der Akku-Kapazität) Experience: ab 25.900,-

Intens: ab 27.900,-

Life: ab 21.900,-

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