Immighausen

Rentsch (FDP): „Keinen Schlafwagen zum Wohlstand“

- Lichtenfels-Immighausen. Besinnt sich auf liberale Grundwerte: FDP-Landtagsfraktionschef Florian Rentsch ist der prominente Gast beim Neujahrsempfang der Liberalen.

Er, dessen Name nicht genannt werden darf: Guido Westerwelle gerät an der Basis offenbar zu einer Art „Lord Voldemort“ der FDP. Der Name des Bundesvorsitzenden jedenfalls war beim Neujahrsempfang der Liberalen am Sonntagmorgen im Dorfgemeinschaftshaus Immighausen tabu, genauso wie es der Name von Harry Potters Gegenspieler in den Romanen ist. Lediglich Heinrich Heidel sprach in rätselhaften Worten von einem „Wald“, in dessen „Kronendach“ der Blitz an der einen oder anderen Stelle eingeschlagen habe.

Abseits der Parteispitze und unterstützt von blau-gelben Tischdeckchen und gleich kolorierter Blumenpracht besann sich die FDP in Immighausen unterdessen auf ihre Grundwerte: Liberal heiße im Jahr 2011, eine aktive Bürgergesellschaft wiederzuerhalten, die Freiheit und Verantwortung zu schätzen wisse, sagte FDP-Landtagsfraktionschef Florian Rentsch als prominenter Gastredner: „Ich möchte nicht in einem Land leben, wo ein Oberlehrer an der Spitze mir erklärt, wie ich zu leben habe.“

Ein entscheidender Schlüssel sei die Bildungspolitik. Sie müsse aus den ideologischen Grabenkämpfen der vergangenen 50 Jahre herausgeholt werden, deren Leidtragende immer die Schüler gewesen seien. Ziel sei es, nicht ein System vorzugeben, sondern einen Rahmen, erklärte Rentsch das FDP-Konzept der selbstständigen Schule. Dazu gehöre, ihnen die Hoheit über ihr Budget und mehr Verantwortlichkeit über Inhalte zu übertragen. Rentsch: „Schulen sollen selbst entscheiden, wo sie ihre Schwerpunkte setzen.“

Kritisch sah der FDP-Politiker die Proteste gegen infrastrukturelle Großprojekte, wie am Bahnhof „Stuttgart 21“. Bürgerinitiativen setzten sich für Partikularinteressen ein, so Rentsch: „Es reicht aber nicht, sich nur für die eigenen Interessen einzusetzen, man muss auch das große Ganze im Blick haben.“ Es gehe nicht darum, Wirtschaft gegen Umwelt auszuspielen. „Aber zum großen Ganzen gehört Arbeit wie Umwelt.“ Zu glauben, den status quo ohne den Ausbau von Infrastruktur zu erhalten, sei ein Irrglaube. Rentsch: „Es gibt keinen Weg im Schlafwagen zum Wohlstand.“ Als dringend notwendig für Nordhessen nannte er den Weiterbau der Autobahn 44. der Fraktionssprecher der FDP im hessischen Landtag kündigte außerdem an, dass das Land Hessen eine Klageschrift gegen den Länderfinanzausgleich vorbereite.

Rentsch verteidigte darüber hinaus den Sparkurs der Landesregierung: Die Entscheidung Gerichte zu schließen, sei richtig. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg ist das Amtsgericht in Bad Arolsen betroffen.

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