Scherwettbewerb der Jungzüchterclubs

Rinderschur in Rhadern

Waldeck-Frankenberg - Mit Schergerät, Kamm und Fön wetteifern junge Rinderzüchter in Rhadern, wer von ihnen Vieh am präsentabelsten frisieren kann.

100 Minuten, Werkzeug und leicht störrisches, unbekanntes Rindvieh: Mit diesen Zutaten messen sich 20 Mitglieder der Jungzüchterclubs Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf im Rinderscheren. Das beste Ergebnis zeigt in Rhadern das Zweierteam Björn Ochse und Daniel Seibel aus Dörnholzhausen. Das Rinderscheren dient eigentlich dazu, die Vorzüge des Tiers auf Viehschauen zu zeigen. „Da werden die Tiere bis aufs kleinste Detail vorbereitet. Ohne jahrelange Übung besteht keine Chance“, erklärt Gerhard Hartwig, vor knapp 30 Jahren Vorsitzender der Jungzüchter. Im Wettbewerb sollen sie diese Fertigkeit schulen, aber mit zahlreichen Sachpreisen für alle Teilnehmer soll er auch zum Weitermachen motivieren. Die wichtigsten zu scherenden Körperteile sind Kopf, Euter und die „Topline“ auf dem Rücken – letztere erweist sich als Herausforderung: Wegen der Kälte werden die Tiere nicht vorher gewaschen. „Eine ungewaschene Topline zu scheren ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit“, weiß Preisrichter Dieter Hoos. Mit Schergerät, Fön und Kamm versuchen manche Jungzüchter entgegen seinem Rat das redensartliche i-Tüpfelchen zu setzen – ihr Erfolg variiert. Auch das Kriterium Sauberkeit erweist sich unter den Umständen als Schwierigkeit. Christin Neuschäfer aus Viermünden und Alexander Mitze aus Geismar beachten das Putzen besonders gut und tragen damit den Sieg unter den Newcomer-Teams davon. Auch die Arbeitssicherheit ist ein Kriterium: Rinder sind eigenwillige Tiere, kitzlig und das Prozedere meist nicht gewohnt. Sie büxen aus, legen sich hin oder treten auf Füße – Dieter Hoos betont die Wichtigkeit von Sicherheitsschuhen. „Aber Rinder haben auch ein Talent dafür, hinter die Stahlkappen zu treten“, weiß Ute Ermentraudt vom hessischen Landesbetrieb Landwirtschaft.Gastgeber ist der Rinderzüchter Christian Schultze. Nicht nur er, auch seine Kollegen Thorsten Schnatz und Hartmut Kalhöfer nutzten die Veranstaltung, um Dauerleistungskühe auszuzeichnen, die über 100 000 Liter Milch gegeben haben.

Sieben schon erfahrene Teams kämpften um den Sieg: 1. Daniel Seibel und Björn Ochse (94 Punkte), 2. Wiebke Pohlmann und Jana Emde (85 Punkte), 3. Laura Ochse und Sarah Fackiner (84 Punkte), 4. Stefan Hochgrebe und David Kreinberg (83 Punkte), 5. Ann-Kathrin und Corinna Wolf (79 Punkte), 6. Fabian Fackiner und Niklas Michel (55 Punkte), 7. Louisa und Anne Schäfer (46 Punkte). Drei Teams traten in der Newcomer-Klasse an: 1. Alexander Mitze und Christin Neuschäfer (59 Punkte), 2. Steffen Henkel und Morten Schwarz (48 Punkte), 3. Marc Pilger und Steffen Schmal (46 Punkte). Von Wilhelm Figge

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