Waldeck-Frankenberg

Rollwiderstand in der Staatskasse

- Waldeck-Frankenberg (jk).Über ein Viertel der Kreisstraßen in Waldeck-Frankenberg sind löchrige Pisten. Zusammen mit dem Straßenbauamt hat der Landkreis ein Gesamtpaket von über 40 Millionen Euro geschnürt. Offen bleibt, wie schnell die Bagger anrücken.

Die Aufgaben sind gewaltig, doch das Geld fließt spärlich: Ob neue Straßendecken aus dem Kreisetat oder kompletter Straßenausbau mit Landesmitteln – über 50 Prozent Verkehrswege im Netz der Kreisstraßen brauchen über kurz oder lang eine Remedur. Von den insgesamt 483 Kilometern der als „Kreisstraßen“ klassifizierten Routen in Waldeck-Frankenberg sind momentan 27 Prozent (132 Kilometer) in einem „sehr schlechten Zustand“, und knapp 25 Prozent (rund 117 Kilometer) zumindest „verbesserungswürdig“. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des staatlichen Amts für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) in Bad Arolsen. Die Bestandsaufnahme liegt bereits über zwei Jahre zurück, damals noch unter Ägide des Ex-Landrats Helmut Eichenlaub in Auftrag gegeben. Seither hat das ASV die Bestandsaufnahme fortgeschrieben. Viel geändert hat sich indes nicht. „Wir haben Instandsetzungen für 16 Millionen Euro vor der Brust. Eine Million haben wir bekommen, 15 Millionen schieben wir vor uns her“, bilanzierte Projektleiter Hans-Dieter Gasch (ASV) diese Woche vorm Finanzausschuss des Kreistags. Die 16 Millionen Euro umfassen dabei nur die Instandsetzung von rund 100 Kilometern reinen Asphaltdecken. Parallel hat der Kreis die Planung und baurechtliche Umsetzung für weitere 39 Kilometer Komplettausbau beim ASV beauftragt. Dies addiert sich auf weitere rund 25 Millionen Euro. Landrat Dr. Reinhard Kubat (SPD) bringt die Analyse diese Woche ins Parlament. Doch Beschlüsse werden nicht gefasst: „Wir haben uns zu einem salomonischen Entschluss hingewagt“, erklärte Kubat bei der Beratung im Ausschuss. Will heißen: Das Parlament nimmt die Empfehlung des Kreisausschusses vorerst nur zur Kenntnis – denn übers Geld wird je nach Haushaltslage entschieden. Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ-Ausgabe vom Mittwoch, 1. September 2010.

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