Im naturnahen Garten von Anette Hoffmann in Rosenthal ist auch Platz für Insekten und Blindschleichen

Rosenparadies mit Fernblick

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"Das zeige ich Kindern immer gerne wie Solitär- Bienen ihre Brut unterbringen", sagt Anette Hoffmann.

Rosenthal. Von den offenen Gärten, die am 25. und 26. Juni ihre Tore öffnen, ist der von Anette Hoffmann in Rosenthal fast der südlichste. Dennoch wird sich der Weg aus dem Norden des Kreises lohnen, denn in diesem Garten gibt es allein 320 Rosensträucher und 200 verschiedene Rosensorten, davon 40 Wildrosenarten, zu bewundern.

 Nahrung für Insekten Das würde schon für ein veritables Rosarium reichen, aber das war nicht die alleinige Absicht von Anette Hoffmann. Sie wollte darüber hinaus auch viele heimische Wildkräuter- und -sträucher ansiedeln, um mit deren Blütenpollen, Nektar und Samen vielen Insekten und anderen Tieren Nahrung zu bieten. Außerdem wollte sie durch die Anlage verschiedener Lebensräume wie Teich, Naturwiese und Trockenmauer, durch Aufhängen verschiedener Nistkästen, durch Anlage von einem Insektenhotel und Igelkästen Tieren ein Refugium schaffen.

Keine Brennnesselwüste 

Das hat sie in zehn Jahren alles mit großem Fleiß auf dem schlechten Lehm/Ton-Boden hinbekommen, aber damit ist die Arbeit nicht beendet. Denn, davon ist sie überzeugt, „man kann den Garten nicht sich selbst überlassen. Und auch ein Naturgarten muss keine Brennnesselwüste sein. Invasive Arten müssen auch entfernt werden.“ Zum Beweis zeigt sie ihr Lieblingsarbeitsgerät: eine superscharfe japanische Sichel. Chemie kommt in Anette Hoffmanns 2000 Quadratmeter-Garten allerdings gar nicht zum Einsatz, obwohl sie etwas davon versteht: Sie hat bei der BASF Pflanzenschutzmittel entwickelt. „In der Landwirtschaft mag das ja vielleicht einen Sinn haben, aber in einem artenreichen Naturgarten braucht man keine Chemie. Hier hält sich alles von selbst in einem natürlichen Gleichgewicht.“

Der Garten wäre nicht vollständig beschrieben, ohne die Keramik-Elemente zu erwähnen, die sich allenthalben zwischen den Pflanzen finden, die Hoffmann in einer eigenen Werkstatt hergestellt und draußen liebevoll arrangiert hat.

Ihre besondere Liebe zu Rosen hat sie vor zehn Jahren mit großen Erwartungen in die Stadt geführt, die nach Rosen genannt ist. Sie kam sozusagen im Namen der Rose, wurde aber herb enttäuscht: im Stadtbild fehlten sie. Das hat sich durch ihre Initiative geändert: Mit einigen Gleichgesinnten – „es dürften auch ein paar mehr sein“ – wurde der Arbeitskreis „Rosen für Rosenthal“ gegründet, in Vorgärten und an Kreuzungen Rosen angesiedelt, und mit Unterstützung der Stadt wurde ein Wildrosenweg geschaffen.

Der informiert auf 17 Stationen über Rosen und Rosenthal. Er führt auch an Hoffmanns Garten vorbei und bietet nicht weit davon an einer von Rosen überwucherten kleinen Hütte einen großartigen Panorama-Blick über die Stadt, ihre Feldflur und den Burgwald, der Rosenthal umschließt. Auch deswegen lohnt sich der weite Weg nach Rosenthal. Am 25. und 26. Juni wird zum sechsten Mal im Landkreis Waldeck-Frankenberg zum Tag der offenen Gärten eingeladen. (Werner Ebert)

Infos: www.gaerten-waldeck-frankenberg.de

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