Geschäftsführung lehnt Rettungsplan von Betriebsrat und Gewerkschaften ab

Rote RKH-Busse verschwinden bald

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Die Regionalverkehr Kurhessen (RKH) bedient auch in Waldeck-Frankenberg mehrere Linien.

Waldeck-Frankenberg - Das Aus für die Stammbelegschaft der Regionalverkehr Kurhessen (RKH) mit knapp 540 Mitarbeitern ist besiegelt.

In einer Betriebsversammlung am Sonntag verkündete Personalchefin Constanze Schweinsteiger die Entscheidung. Verhandlungen mit dem Gesamtbetriebsrat und Gewerkschaften über ein Alternativkonzept waren zuvor gescheitert. Bereits im Oktober 2011 hatte die RKH-Geschäftsführung beschlossen, den Betrieb „geordnet herunterzufahren“.

Das Unternehmen ist eine Tochter der Deutschen Bahn (DB) und fährt bislang unter dem Namen „Regiobus Hessen“ in fast ganz Hessen, hat sich aber schon seit Jahren nicht mehr an der Ausschreibung von Linien beteiligt. Das Personal soll nun schrittweise bis Dezember 2016 abgebaut werden, zeitgleich mit den Linienbündeln, die nach und nach auslaufen. Die Mitarbeiter sollen vom bahninternen Arbeitsamt DB Job Service aufgefangen und konzernintern weitervermittelt werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Betriebsrates.

Eine wohnortnahe Beschäftigung könne aber nicht garantiert werden, teilte ein Bahnsprecher mit. Zweifel daran, dass die Mitarbeiter tatsächlich von der DB Job Service übernommen werden, hegt Bernhard Rummel, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates: Der entsprechende Beschäftigungssicherungsvertrag laufe im nächsten Monat aus, danach sei die Zukunft der Mitarbeiter ungewiss.

Die DB will indes weiter am hessischen Busmarkt mitmischen. Bereits vor einigen Jahren hat die Bahn die private Busverkehr Hessen (BVH) gekauft, die niedrigere Löhne als RKH zahlt. Beide Unternehmen haben derzeit die gleichen Geschäftsführer. RKH-Mitarbeiter sollen aber nicht in die BVH übernommen werden. Stattdessen werde billiges Personal auf dem freien Arbeitsmarkt gesucht, kritisiert der Betriebsrat. Eine als Rettungsplan von Betriebsrat und Gewerkschaften vorgeschlagene Verschmelzung von RKH und BVH lehnte die Geschäftsführung ab.

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