„Klick dich in deine Zukunft“

Rund 100 Firmen stellen bei digitaler Messe ihre Ausbildungsangebote vor

Praktikantin blickt auf den Bildschirm mit der Startseite  „Klick dich in deine Zukunft“: Die Agenturen für Arbeit in Nord- und Osthessen laden Jugendliche, Eltern und Lehrer ein zu einer digitalen Messe zum Thema Ausbildung. Rund 100 Firmen stellen ihre Angebote vor.
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„Klick dich in deine Zukunft“: Die Agenturen für Arbeit in Nord- und Osthessen laden Jugendliche, Eltern und Lehrer ein zu einer digitalen Messe zum Thema Ausbildung. Rund 100 Firmen stellen ihre Angebote vor.

Einen neuen Weg gehen die drei Agenturen für Arbeit in Nord- und Osthessen, um Jugendliche auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle mit Unternehmen zusammenzubringen: Sie laden am Dienstag, 14. September, erstmals ein zur digitalen Messe „Klick dich in deine Zukunft“.

Waldeck-Frankenberg – Interessenten können sich an virtuellen „Messeständen“ über die Angebote von etwa 100 großen und kleinen Unternehmen der Region informieren. Auch Studienmöglichkeiten sind ein Thema. Kurzvorträge mit Fragerunden runden das Angebot ab.

Schwierige Bewerbersuche in Corona-Zeiten

Mit der Online-Messe reagieren die drei Agenturen in Kassel, Korbach und Bad Hersfeld/Fulda auf die Beschränkungen der Corona-Pandemie: Zwei Jahre lang konnten keine Präsenzmessen oder Schulpraktika stattfinden, die Berufsberatung lief nur online oder per Telefon.

„Die Pandemie hat die Berufswahl junger Menschen drastisch erschwert“, erklärt der „Geschäftsführer operativ“ der Korbacher Agentur, Bernd Wilke. „Die Möglichkeiten der Berufsorientierung waren enorm eingeschränkt – und sind es zum Teil immer noch.“

Gemeinsames Angebot

Die digitale Ausbildungsmesse laufe unkompliziert. Dabei hätten sich die drei Agenturen bewusst für ein gemeinsames Angebot entschieden, „weil es etliche Überschneidungen gibt, beispielsweise durch die gemeinsamen Berufsschulstandorte.“ Jugendliche bewerben sich zudem über Kreisgrenzen hinweg.

Es sei gelungen, bei den Ausstellern „einen guten Mix über den Studien- und Ausbildungsmarkt zusammenzustellen“, berichtet Wilke. „Es ist alles dabei“ – ob Industrie, Handwerk, kaufmännische oder Gesundheitsberufe, Weltmarktführer seien ebenso vertreten wie mittelständische Unternehmen.

Bei der Berufswahl helfen

„Die Berufswahl ist eine Basisentscheidung, die prägend ist“, sagt der Leiter der Agentur für Arbeit in Bad Hersfeld/Fulda, Waldemar Dombrowski. Deshalb sei der Termin der Messe bewusst in den Beginn des neuen Schuljahres gelegt worden. Die Messe soll alle Jugendlichen ansprechen, die 2022 ihren Abschluss machen, aber auch unversorgte Schulabgänger dieses Jahres. Außerdem wendet sie sich an Eltern und Lehrer. Die Teilnahme ist kostenlos.

Firmen können um Nachwuchs werben

Die digitale Messe „Klick dich in deine Zukunft“ ist auch für Firmen eine gute Möglichkeit, um Nachwuchs zu finden. Dies werde immer wichtiger, sagt der Leiter der Agentur für Arbeit in Bad Hersfeld/Fulda, Waldemar Dombrowski – der Ausbildungsmarkt habe sich gedreht: Es gebe teils deutlich mehr Lehrstellen als Bewerber.

Allein im Bezirk der Korbacher Agentur mit den beiden Kreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder gebe es 2253 Lehrstellen fürs Ausbildungsjahr 2020/21 – so viele wie in den Vorjahren. Aber es hätten sich nur 1598 Bewerber gemeldet – 377 oder 19,1 Prozent weniger als im Vorjahr, berichtet der Korbacher „Geschäftsführer operativ“, Bernd Wilke.

Er nennt zwei Gründe: Durch den Bevölkerungswandel kommen weniger Jugendliche auf den Ausbildungsmarkt. Und wegen Corona hätten Schulabgänger nicht so gut erreicht werden können. Derzeit seien im Bezirk noch etwa 600 Lehrstellen unbesetzt – Kurzentschlossene könnten noch durchstarten.

Weniger Erwerbstätige in den nächsten Jahren

„Der Azubimangel von heute ist der Facharbeitermangel von morgen“, erklärt Dombrowski. Und der Trend dürfte sich noch verschärfen: Von 2015 bis 2030 gehe das Potential an Erwerbstätigen bundesweit um etwa sechs Millionen zurück, berichtet er. Das bedeute, die Belegschaften würden älter, die geburtenstarken Jahrgänge gingen Zug um Zug in den Ruhestand.

Umso wichtiger werde für Betriebe der „traditionelle Weg“, sich den eigenen Nachwuchs durch Ausbildung selbst heranzuziehen. Dabei seien die Agenturen die „vernetzten Akteure“, die weiterhelfen: „Wir unterstützten Betriebe, ihren Nachwuchs zu finden.“ Ein konkreter Weg dabei sei die digitale Messe.

Rund 100 Aussteller bei der Messe

Michael Reimer von der Kasseler Agentur für Arbeit ist zuversichtlich dass eine dreistellige Zahl an Ausstellern zusammenkommt. So werde der „komplette Ausbildungsmarkt abgedeckt – vom Automobilbau bis zur Zahntechnik“. Auch die Industrie- und Handelskammer und die Handwerkskammer in Kassel seien dabei.

Leicht zu handhaben

Zur digitalen Messe gelangen Interessenten online unter der Adresse www.webmessen.de/klick-in-die-zukunft. Am 14. September sind die „Messestände“ der Firmen von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Klicken Nutzer die „Kachel“ einer Firmen an, erhalten sie erste Infos. Sie können über die Chat-Funktion auch mit Ausbildern und Lehrlingen in Kontakt treten. Dazu müssen sie sich einloggen.

„Die Jugendlichen entscheiden selbst, was sie von sich preisgeben wollen“, sagt Reimer. Auch die Chat-Kamera lasse sich abschalten. Im Chat kommen nur ein Nutzer und Firmenvertreter zusammen.

Falls der „virtuelle Raum“ einer Firma bereits besetzt ist, können sich Interessenten auf eine Warteliste setzen lassen und zu anderen Betriebe weitersurfen oder es später erneut probieren.

Gezielt suchen

Interessenten könnten nach ihrem Traumberuf suchen oder nach Alternativen schauen. Sie könnten auch Filter einsetzen, um sich nur Firmen aus ihrer Region oder Angebote zu bestimmten Berufsfeldern anzeigen zu lassen. Auch nach Praktika, einem Studium oder einem Dualen Studium in Verbindung mit einem Betrieb können Nutzer gezielt suchen.

Die Messe sei eine gute Möglichkeit, um in kurzer Zeit mit vielen Betrieben in Kontrakt zu kommen, sagt Petra Kaczmarek von der Kasseler Agentur.

Kurzvorträge im Netz

Sie verweist auch auf die Kurzvorträge von etwa 15 Minuten. So gebe die Agentur Informationen über die Messe und über die Themen Ausbildung und Studium. Danach könnten Fragen gestellt werden – auch ein Termin mit Berufsberatern könne gleich vereinbart werden.

Schon jetzt ist die Plattform freigeschaltet, immer mehr Firmen stellen ihre Angebote dort ein. Die Agenturen haben eine breit angelegte Werbung für die Messe gestartet.

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