Rund 25.000 Waldeck-Frankenberger offenbar in Kurzarbeit

Arbeitsmarkt im Landkreis: 575 Menschen verloren  ihren Job im April

Das Coronavirus hatte im April deutliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. 3624 Menschen im Landkreis sind arbeitslos gemeldet und damit 575 mehr als noch im März.

Das bedeutet ein Plus von knapp 19 Prozent. Mehr als 1500 Betriebe haben zudem Kurzarbeit angemeldet.

Laut Uwe Kemper, Chef der Agentur für Arbeit Korbach, seien alle Branchen von der Zunahme der Arbeitslosigkeit betroffen, vor allem aber die Bereiche Verkehr und Logistik, Handel und Tourismus sowie Produktion und Fertigung. Im Gegensatz zur Finanzkrise 2009 seien aber „alle Branchen mehr oder minder in Mitleidenschaft gezogen“. Die Arbeitslosenquote im Landkreis ist im April um 0,6 auf aktuell 4,1 Prozent gestiegen.

Zur Kurzarbeit hat die Arbeitsagentur nach eigenen Angaben eine Sonderauswertung vorgenommen. Demnach gab es im März und April im gesamten Agenturbezirk, zu dem Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder gehören, 2802 Kurzarbeits-Anzeigen, die bereits geprüft wurden. Im Vorjahreszeitraum seien es neun gewesen. Betroffen davon sind wahrscheinlich in diesem Jahr 38 475 Personen im Bezirk. Allein in Waldeck-Frankenberg sind es wohl 26 547. Allerdings schränkt Kemper ein: „Ob alle diese Arbeitnehmer tatsächlich verkürzt arbeiten und wenn ja, in welchem Umfang, lässt sich erst nach Abrechnung der Kurzarbeit sagen.“

Bis zu 20 Prozent offene Stellen storniert

Die „übliche Frühjahrsbelebung findet nicht statt“, so Kemper. Regulär würden zum 1. April viele Beschäftigungsverhältnisse neu begonnen. Doch aktuell gebe es einen „deutlich reduzierten Abgang“ ins Erwerbsleben. Im gesamten Agenturbezirk gibt es 2433 Arbeitsangebote, noch im März war der Stellenbestand um 434 Jobs höher. „Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist eingebrochen“, sagt der Agentur-Chef. Bis zu 20 Prozent der Stellen seien storniert worden.

Eine geringe Dynamik gebe es aber dennoch auf dem Arbeitsmarkt: Im April sind 565 Menschen in beiden Landkreisen aus der Arbeitslosigkeit ins Erwerbsleben gewechselt. Hoffnungsvoll blickt Kemper auf den Ausbildungsbeginn am 1. August. Die Stornierungsquote liege bei drei Prozent, das sei normal. 

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare