19 Praxen, drei Kliniken und Landkreis unterschreiben Gründungsurkunde für Weiterbildungsverbund

Rundum-sorglos-Paket für junge Ärzte

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Vertreter der Kliniken, niedergelassene Ärzte sowie Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf und Landrat Dr. Reinhard Kubat besiegeln mit ihrer Unterschrift die Gründung des Weiterbildungsverbundes Waldeck-Frankenberg.

Waldeck-Frankenberg - Landarzt werden ist nicht schwer - zumindest in Waldeck-Frankenberg. Das ist die Botschaft des neu gegründeten Weiterbildungsverbundes Wal­deck-Frankenberg an die jungen Mediziner.

Hausärzte könnten in Waldeck-Frankenberg zur Mangelware werden. Die Weiterbildung aus einer Hand, ohne mühsame Stellensuche und Ortswechsel, soll deshalb das Fach und die Region für den medizinischen Nachwuchs attraktiver machen. Landkreis, 19 Arztpraxen sowie das Kreiskrankenhaus in Frankenberg, die Asklepios Kliniken in Bad Wildungen und das Korbacher Stadtkrankenhaus haben deshalb ein „Rundum-sorglos-Paket“ für angehende Hausärzte geschnürt und am Montag den Weiterbildungsverbund Waldeck-Frankenberg aus der Taufe gehoben. Weitere Partner sollen folgen.

„Die Nachfolgefrage wird sich in den kommenden Jahren bei vielen niedergelassenen Ärzten im Landkreis stellen“, skizzierte Landrat Dr. Reinhard Kubat das Problem. Weil viele junge Mediziner das flache Land scheuen, droht der Ärztemangel. Die Idee hinter dem Verbund ist, alle Weiterbildungsangebote im Landkreis zu bündeln. Für den Mediziner-Nachwuchs bedeutet das, dass sie ihre gesamte Weiterbildung nach einem festen Rotationsplan komplett in Wal­deck-Frankenberg absolvieren können - ohne mühsame Stellensuche, ohne Phasen der Arbeitslosigkeit und ohne größere Ortswechsel. So können die angehenden Allgemeinmediziner ihre Weiterbildungszeit nach dem Studium in nur fünf Jahren absolvieren - viel schneller als ohne Verbund im Rücken: Gut neun Jahre dauert die Ausbildungszeit in der Allgemeinmedizin im Durchschnitt, das hat eine Umfrage im Bereich der Ärztekammer Westfalen-Lippe ergeben.

So soll Waldeck-Frankenberg attraktiver für die angehenden Hausärzte werden: „Wenn wir hier ein gutes Angebot auf die Beine stellen, dann werden sich die jungen Ärzte überlegen, ob sie ihre Facharztausbildung in Waldeck-Frankenberg absolvieren“, sagte Dr. Armin Mainz (Korbach), Vorsitzender des Bezirks Wal­deck im Hessischen Hausärzteverband. Er koordiniert den fachlichen Teil des Weiterbildungsverbundes, der dem Mediziner-Nachwuchs auch Standards garantieren soll, unter anderem eine tarifvertragliche Vergütung und eine Betreuung durch das Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin in Marburg und ein verlässliches Curriculum.

„Informationen zur Weiterbildung im Landkreis Waldeck-Frankenberg finden junge Ärzte auf der Internetseite www.landarzt-werden.de“, erläuterte Katharina Kappelhoff, Koordinatorin des beim Landkreis angesiedelten Netzwerks „Gesundheit schafft Zukunft“, aus dem auch der Verbund entsprungen ist.(lb)

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