Landwirtschaftliche Woche in Baunatal

Sauenhalter legen bei Ministerin Protest gegen neue Stall-Regelung ein

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Rund 50 Sauenhalter aus Hessen übergaben Landwirtschaftsministerin Priska Hinz gestern Morgen eine Resolution: Sie wehren sich gegen einen Erlass, der die Breite von Kastenständen regelt.

Baunatal. Sauenhalter aus Nordhessen haben gestern die Landwirtschaftliche Woche genutzt, um ihrem Unmut Luft zu machen: Sie demonstrierten gegen einen Erlass, der die Landwirte auffordert, die Kastenstände für rauschige Sauen zu verbreitern.

„Unsere Sauenhalter haben zwei ganz schlechte Jahre hinter sich“, erinnerte Stephanie Wetekam, Geschäftsführerin des Bauernverbands Waldeck, „dieser Erlass würde ihnen den Rest geben“. Schon jetzt gebe es in Hessen nur noch 400 Sauenhalter, die von ihrer Arbeit leben können. In Waldeck-Frankenberg seien es rund 35. 

Also hatte der Hessische Bauernverband spontan eine Demonstration auf die Beine gestellt. Rund 50 Sauenhalter kamen nach Baunatal und überreichten Agrarminsterin Priska Hinz eine Resolution.

Der Hintergrund: Bereits 1993 wurde im Gesetz verankert, dass sich Sauen in Kastenständen „zu jeder Zeit und ungehindert“ mit abgespreizten Gliedmaßen ausstrecken können. „Dafür müsste ein Kastenstand so groß wie ein Schwein, also rund einen Meter breit sein“, erklärt Wetekam. Bisher aber reichten 65 Zentimeter bei kleinen, 70 Zentimeter bei großen Sauen. „Nach diesen Standards wurden bis vergangenes Jahr Ställe genehmigt, gefördert und gebaut“, erklärt die Verbands-Chefin. Nach der gescheiterten Klage eines Großbetriebs, der die Aussetzung der Regel gefordert hatte, lag eine neue Rechtslage auf dem Tisch. Die Sauenhalter sollen nun innerhalb von sechs Monaten ein Konzept vorlegen, wie sie Höre entsprechend verändern. (resa)


Wie Forderungen und Argumente der Sauenhalter lauten, lesen Sie in der WLZ am 10. Januar 2017.

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