Schauspielerin Felicitas Woll über ihre Heimat als mögliche Filmkulisse

"Es gibt Plätze, die erinnern mich ans Hobbit-Land" 

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Duo: Als Ermittlerin Pia Kirchhoff löst Schauspielerin Felicitas Woll mit Oliver von Bodenstein (Tim Bergmann) Mordfälle im Taunus.

Waldeck-Frankenberg. Als Ermittlerin Pia Kirchhoff löst Schauspielerin Felicitas Woll mit Oliver von Bodenstein (Tim Bergmann) Mordfälle im Taunus. Diese Woche läuft im ZDF der Film „Die Lebenden und die Toten“, nach der Buch-Vorlage von Nele Neuhaus. Woll lebt unter anderem in Harbshausen am Edersee. Unsere Zeitung sprach mit ihr über ihren neuen Film, ihre Rolle als Pia Kirchhoff und über ihre Heimat als mögliche Filmkulisse.  

Eine Mordserie, deren Opfer auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, setzt die Ermittler Oliver von Bodenstein (Tim Bergmann) und Pia Kirchhoff (Felicitas Woll) massiv unter Druck. Wir haben mit Felicitas Woll, die unter anderem in Harbshausen wohnt, über den ZDF-Zweiteiler „Die Lebenden und die Toten – Ein Taunuskrimi“ (2016, Regie: Marcus O. Rosenmüller) gesprochen. Heute wird um 20.15 Uhr der zweite Teil im ZDF ausgestrahlt.

Frau Woll, „Die Lebenden und die Toten“ ist bereits der siebte Fall für die Ermittlerin Pia Kirchhoff. Was unterscheidet diesen von den bisherigen? 

Felicitas Woll: Außergewöhnlich ist, dass man von Anfang an weiß, wer der Mörder ist. Der Zuschauer kann ihn von den ersten Minuten an begleiten, seine Taten beobachten, seine Beweggründe sehen und verstehen, warum er so handelt. Das ist super spannend, das mal von der Seite aus zu sehen.

Birgt dieser Aufbau nicht auch die Gefahr, dass der Zuschauer schnell wegschaltet? 

Woll: Da sind Regie, Buch, Schnitt und Musik ganz entscheidend. Aber bei „Columbo“ hat das damals auch funktioniert: Dort wusste man oft sehr früh, wer der Mörder ist. Wenn die Geschichte spannungsvoll aufgebaut und geschnitten ist, kann das gut funktionieren. Regisseur Markus Rosenmüller hat wirklich super Arbeit gemacht, den Zuschauer am Ball zu halten.

Nachdem er Tochter und Ehefrau auf tragische Weise verloren hat, nimmt ein Scharfschütze Rache an den Menschen, die seiner Meinung nach Schuld an seinem Unglück hatten. Können Sie diese Selbstjustiz nachvollziehen? 

Woll: Egal welche Geschichte ich lese oder höre, ich versuche mich in die Situation hineinzuversetzen. Davon auszugehen, dass wir alle lieb und nett sind, finde ich grundsätzlich falsch. Jeder Mensch trägt großes Potenzial in sich, sich von einer Sekunde zur anderen um 180 Grad zu drehen. Weil immer irgendwas passieren kann, das dich komplett aus den Schuhen haut. Ich kann die Selbstjustiz des Scharfschützen eine Mini-Sekunde nachvollziehen, aber das auszuführen ist noch mal ein anderer Schritt.

Sie sind gebürtige Nordhessin. Könnten Sie sich ein solches Krimi-Format auch in Ihrer Heimatregion vorstellen? 

Woll: Absolut. Ich finde das nordhessische Land sehr schön. Es gibt Plätze, die erinnern mich ans Hobbit-Land. Die Kamera würde das lieben. Die kleinen Städtchen, Schlösser und Burgen - es gibt hier eine ganze Menge zu erzählen und zu filmen. Sicher wäre ein solches Format reizvoll. Mich wundert es auch, dass da noch nicht mehr gemacht wurde.

Von Sindy Peukert

Wie Felicitas Woll ihre Rolle als Pia Kirchhoff heute sieht, lesen Sie in der gedruckten WLZ am Mittwoch, 4. Januar 

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