Projekt „Klimaschutz – echt lecker!“ wirbt für regionale und saisonale Lebensmittel

Schepperlinge essen fürs Klima

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Schüler der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule in Rödermark schälen im Backhaus der Burg Hessenstein Zwiebeln.

Waldeck - Frankenberg - Lecker essen und dabei das Klima schützen - ein gemeinsames Projekt des Landkreises und der Kreishandwerkerschaft bringt Jugendlichen die Zusammenhänge von Ernährung und Klimawandel näher.

Zwiebeln schneiden bedeutet leiden, erfahren die Achtklässler der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule in Rödermark: Kaum durchtrennt das Messer das gesunde Gemüse, fließen die Tränen im Backhaus der Jugendburg Hessenstein. Unter Anleitung von Koch Uwe Mitze bereiten die Jugendlichen dort Schepperlinge, Kürbissuppe, Gemüse und Fleisch aus dem Wok und selbst gemachte Spätzle zu - mit frischen Lebensmitteln aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg. „Klimaschutz - echt lecker!“, nennt sich das Projekt. Doch was hat Essen mit dem Klimawandel zu tun?

Importierte Lebensmittel aus fernen Ländern verursachen einen hohen Energieaufwand für ihren Transport und belasten damit das Klima. Die Ernährung verursacht in Deutschland etwa 20 Prozent der Treibhausgase, so Zahlen des Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit. Die Verbraucher müssten sich also viel häufiger fragen, „kaufe ich einen Apfel aus Neuseeland oder einen aus Waldeck-Frankenberg?“, erklärt Tanja Müller, beim Landkreis verantwortlich für das Klimaschutzprojekt Klimzug-Nordhessen.

Weniger Fleisch, mehr Obst und Gemüse, mehr saisonale, regionale und ökologisch erzeugte Lebensmittel können die Klimabilanz einer Mahlzeit um ein Vielfaches verbessern. „Ziel des Projektes ist, den Kindern zu vermitteln: Du kannst etwas tun“, sagt Müller.

An drei Tagen beschäftigen sich die Jugendlichen theoretisch und praktisch mit dem Thema. Stefan Rötzel vom Zentrum für Umweltforschung an der Uni Kassel versorgt die Schüler mit Wissen, Uwe Mitze kauft mit ihnen ein und zeigt, wie die Gerichte zubereitet werden. „Die Klasse hat super mitgemacht“, sagt Tanja Müller.

Die Schüler aus dem südhessischen Rödermark sind sozusagen die Versuchskaninchen für das Projekt: An ihnen wird das Konzept erstmals ausprobiert. „Wir wollen das Projekt weiterführen“, erklärt Müller. Einerseits soll es als festes Angebot auf der Burg Hessenstein etabliert werden. Andererseits sollen auch Schüler im Landkreis im wahrsten Sinne des Wortes in den Genuss kommen: „Aus dem Projekt wollen wir ein Handbuch erarbeiten“, sagt die Klimabeauftragte. Das soll dabei helfen, die appetitliche Art und Weise, das Klima zu schützen, auch an den Schulen umzusetzen.

Finanzielle Unterstützung für das Projekt gab es gestern bereits von der Naturlandstiftung Waldeck-Frankenberg. Andreas Schöneweiß (Vöhl) und Ulrike Tönepöhl (Korbach) aus dem Vorstand übergaben einen Scheck über 1000 Euro.

Ansprechpartner für das Projekt sind Dorothea Loth vom Fachdienst Landwirtschaft, Tel. 05631/954-840, und Tanja Müller, Tel. 05631/ 954-120.

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