WLZ/FZ-Redewendung vom 11. September 2010

„Schimpfen wie ein Rohrspatz“

- (akk) Die Redewendung „schimpfen wie ein Rohrspatz“ leitet sich tatsächlich vom Rohrspatz oder der Rohrammer ab.

Das Zwitschern dieser Vögel wird im Volksmund munter als Schimpfen bezeichnet. Nach Krüger-Lorenzen verwendete der Schriftsteller Christoph Martin Wieland diese Redewendung bereits im 18. Jahrhundert: „und wie ein Rohrspatz auf mich schimpfet“ (Pervonte oder die Wünsche. Ein neapolitanisches Märchen, 1778–1796). Da der Rohrspatz ein munterer Sänger im Rohr- und Weidendickicht ist, konnte es vorkommen, dass er dem Jäger auf der Pirsch in die Quere kam. Der Jäger wurde durch die Warnrufe gestört, die der Spatz blitzschnell ausstößt. Und so schimpfte am Ende auch der Jäger. Heute sagt man „jemand schimpft wie ein Rohrspatz“, wenn er sehr laut und wortreich schimpft oder sich beschwert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare