Rainer Kesper und Steven Schwarz informieren über Fördermöglichkeiten für Arbeitgeber

Schnuppern, dann einstellen

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Geben Arbeitgebern Tipps wenn es um mögliche Förderungen bei Neueinstellungen geht: Rainer Kesper und Steven Schwarz von der Arbeitsagentur.

Waldeck-Frankenberg - Um Arbeitslosen den Einstieg in die Arbeitswelt zu erleichtern, gibt es Fördermöglichkeiten für Arbeitgeber. Rainer Kesper und Steven Schwarz von der Agentur für Arbeit erklären welche.

Manchmal überlegen Arbeitgeber zwei Mal: Passt der Bewerber in meinen Betrieb? Reichen seine Qualifikationen? Weil die Suche nach Fachkräften in Waldeck-Frankenberg aber immer mühsamer wird, gleichzeitig aber weiterhin viele Arbeitslose nach neuen Perspektiven suchen, will die Agentur für Arbeit bei der Entscheidungsfindung der Arbeitgeber helfen.

WLZ-FZ und die Experten vom gemeinsamen Arbeitgeberservice von Jobcenter und der Agentur für Arbeit, Rainer Kesper und Steven Schwarz, hatten Arbeitgeber angeboten, ihre Fragen zu stellen. Als Echo auf den Aufruf, informierten sich Unternehmer über ihre Möglichkeiten. „Das Gesetz schafft diese Möglichkeit“, betont Rainer Kesper, „also sollten Arbeitgeber sie auch nutzen“. Er betont aber, dass jeder Fall individuell beraten und eingeschätzt wird.

Das gilt zum Beispiel für den Arzt, der sich bei Kesper über Fördermöglichkeiten informierte. „Eine Arzthelferin hatte sich initiativ bei ihm beworben“, berichtet Kesper von dem Anruf, „aber das Fachgebiet passte nicht“. Die Einarbeitungszeit würde aufwändiger und die Kosten höher, wenn er die junge Frau einstellen wollte. Also bot die Agentur an, Anteile der ersten Gehaltszahlungen zu übernehmen, um so den Arzt zu entlasten - als Gegenleistung musste ein unterschriebener Arbeitsvertrag vorgelegt werden. Der Deal gelang. „Wir sehen den finanziellen Aufwand im Verhältnis“, erklärt Kesper, „denn dieser Eingliederungszuschuss ist am Ende billiger als die Unterhaltung eines Arbeitslosen“. Und gleichzeitig bekommt ein Mensch neue Perspektiven.

Weiterbildung möglich

Gleich mehrere Instrumente hat die Agentur für Arbeit, um den Wiedereinstieg ins Arbeitsleben zu erleichtern und Arbeitgeber zu unterstützen. So erzählt Berater Steven Schwarz von einem Handwerker in einem kleinen Betrieb. „Er war sich nicht sicher, ob der Bewerber ins Team passen würde“, erklärt er. Also bot Schwarz ihm an, ihn für ein Praktikum zum Schnuppern einzustellen. Das Arbeitslosengeld wird weiter bezahlt, Fahrtkosten übernimmt die Arbeitsagentur.

„Aber jeder Fall anders“, betont Schwarz, „ich kann am Telefon nichts zusagen, prüfe aber die Möglichkeiten“. Und das galt auch für einen Anrufer, der die Stelle eines kaufmännischen Mitarbeiters in seiner Firma besetzen wollte. „Den einzigen Bewerber, den er dafür hatte war kein Personalkaufmann, den er aber eigentlich suchte“, erklärt Schwarz. In solchen Fällen denkt der Agentur-Berater dann an Weiterqualifikationen. Es gebe die Möglichkeit, den Bewerber entsprechend weiterzubilden - die Kosten für den Kurs und den Ausfall im Betrieb könnte dann die Agentur übernehmen. „Das war auch bei einem Arbeitgeber der Fall, der einen Mitarbeiter mit Lkw-Führerschein sucht“, ergänzt Kesper.

Klaviatur der Möglichkeiten

Wichtig sei es nur, dass sich die Arbeitgeber vor der Einstellung bei der Agentur melden würden. „Dann beginnen wir auf der Klaviatur der Möglichkeiten zu spielen“, sagt Rainer Kesper, „und Klavier spielen, das können wir“.

Infos gibt es bei der Agentur unter Telefon 05631/957-246.

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