Kommunen rufen zur Bewerbung für das besondere Ehrenamt auf

Schöffen in Waldeck-Frankenberg gesucht

Waldeck-Frankenberg. Ganz nahe an der Staatsgewalt mitzuwirken, dazu haben jetzt wieder Menschen Gelegenheit, die sich als Schöffen betätigen wollen.

Dieses Jahr werden die ehrenamtlichen Richter für die Amtszeit von 2019 bis 2023 gewählt. Schöffen entscheiden bei Gerichtsprozessen gemeinsam mit Berufsrichtern über Schuld und Strafe. Pro Verhandlung stehen dem Richter zwei Schöffen bei, die ihm beim Mitspracherecht gleichgestellt sind.

„Die Schöffen sind durchaus relevant, da sie in Strafsachen mitwirken, in denen den Täter eine höhere Strafe erwartet – prinzipiell ab zwei Jahren Freiheitsstrafe“, sagt Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling, Direktor des Amtsgerichts in Korbach.

In Waldeck-Frankenberg gibt es nur in Korbach ein Amtsgericht mit Schöffengericht. Strafsachen im Bereich des Amtsgerichtes Frankenberg, die eines Schöffengerichtes bedürfen, werden in Marburg verhandelt. Für Bad Wildungen und Edertal ist das Amtsgericht Fritzlar zuständig.

Die Städte und Gemeinden müssen Vorschlagslisten vorbereiten. Wie viele Bürger darauf stehen müssen, entscheidet das Gericht und richtet sich nach der Einwohnerzahl der Kommunen. In Volkmarsen sind dies beispielsweise drei Frauen oder Männer, in Gemünden nur einer. Erfahrungsgemäß gebe es genügend Bewerber, sagt Ralf Buchloh von der Stadt Korbach. „Das liegt sicherlich daran, dass das Schöffenamt ein sehr interessantes ist“, sagt er. Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises muss eine Liste für Jugendschöffen vorlegen.

Das Amtsgericht wählt die Haupt- und Hilfsschöffen. Wer gewählt wird, darf das Amt nur in Ausnahmen ablehnen.

Bewerbungen um das Schöffenamt sollen bei den Kommunen in den nächsten Wochen eingehen, in Diemelstadt und Bad Arolsen zum Beispiel schon bis zum 31. März. 

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