Waldeck-Frankenberg

Schulamt in Fritzlar bleibt erhalten

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- Waldeck-Frankenberg (lb). Das Staatliche Schulamt in Fritzlar bleibt erhalten. Doch es wird umstrukturiert. Mit anderen Worten: Möglicherweise fallen Stellen weg. Details liefert das Kultusministerium erst im August.

Im Februar sickerte durch, dass das Kultusministerium überlegt, Schulämter zusammenzulegen. Für Nordhessen solle eine zentrale Schulbehörde in Kassel entstehen. Genau diesen Schritt hat bereits 2009 der hessische Rechnungshof der Landesregierung nahegelegt. Eine eigens vom Kultusministerium eingerichtete Kommission prüft schließlich den Ratschlag. Doch nach großen Protesten von Eltern, Lehrerverbänden und Kommunalpolitikern rudert Ministerin Dorothea Henzler (FDP) kurz vor den Sommerferien zurück und nimmt vorläufig etwas Druck aus dem Kessel: „Bei der geplanten Neuorganisation der Schulverwaltung sollen alle 15 Standorte der bisherigen staatlichen Schulämter erhalten bleiben, aber in veränderter organisatorischer Form“, verkündet die Kultusministerin. So bleibe die Nähe zu den Schulen, Schülerinnen und Schülern sowie den Eltern gewahrt.

„Wir haben die Entscheidung mit großer Erleichterung aufgenommen“, sagt Rainer Walenzik, stellvertretender Leiter des Staatlichen Schulamts. Wie aber die angekündigte neue organisatorische Struktur aussehen wird und welche Auswirkungen sie auf das Fritzlarer Schulamt hat, das weiß auch er noch nicht: Das Kultusministerium werde das Modell in den Sommerferien weiter präzisieren und im August den Fraktionen zur Beratung und Entscheidung vorlegen, lautet die spärliche Auskunft dazu aus Wiesbaden.

Nur so viel steht fest: Die bisherigen Schulämter sollen zwar vor Ort bleiben, doch zentrale „administrative Aufgaben der Schulverwaltung“ werden künftig gebündelt. Walenzik vermutet, dass bestimmte Verwaltungsvorgänge wie Reisekostenanträge künftig hessenweit zentral bearbeitet werden. Mit anderen Worten: Möglicherweise fallen in Fritzlar Stellen weg.

„Das ist das Maximalste, was herauszuholen war“, bewertet Elmar Schultze-Ueberhorst (Edertal) vom Kreiselternbeirat Waldeck-Frankenberg die Ankündigung der Kultusministerin. Er ist sich sicher: Ohne die Proteste wären in den Sommerferien Schulämter zusammengelegt worden. Und was weitere Änderungen in der Organisation betreffe: „Wir beobachten die Entwicklung weiter kritisch“, so Schultze-Ueberhorst. „Falls es faule Kompromisse geben wird, gehen wir wieder auf die Barrikaden“, kündigt der Elternvertreter an.

Das Kultusministerium begründet den geplanten Umbau der Verwaltung indes mit den Anforderungen der zukünftig selbstständiger arbeitenden Schulen und mit rückläufigen Schülerzahlen. Notwendig sei eine einheitliche, effiziente und verbindliche Leistungsstruktur. Hintergrund dürften aber auch Einschnitte im Landeshaushalt sein: Henzler muss nach einer Vorgabe von Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) im Haushalt 2012 etwa 68 Millionen Euro einsparen.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Donnerstag, 21. Juli

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