Eltern und Lehrer kritisierten Unklarheiten 

Schulausfälle wegen Sturm: Kreis kündigt bessere Informationspolitik an

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Sturmtief "Friederike" hinterließ seine Spuren: Auch die Schulen in Waldeck-Frankenberg waren betroffen. Dort fiel der Unterricht vielerorts aus. 

Waldeck-Frankenberg. Auch die Schulen in Waldeck-Frankenberg waren am Donnerstag vom Sturmtief "Friederike" betroffen: An gut 20 Schulen im Landkreis fiel der Unterricht komplett aus, die meisten anderen beendeten ihn auf Empfehlung von Landrat Kubat nach der dritten Stunde.

Lehrer und Eltern kritisierten, dass Kreis und Schulamt den Schulen die Entscheidung über einen Unterrichtsausfall überlassen hatten. An fast allen Schulen herrschte deshalb gestern Morgen Unklarheit.

Fällt die Schule wegen des Sturms aus, muss ich mein Kind zum Unterricht bringen? Diese Fragen stellten sich am Mittwochabend und am Donnerstagmorgen zahlreiche Eltern in Waldeck-Frankenberg. Für viele blieb diese Frage unbeantwortet. Der Grund: Eine gebündelte Information mit einer kompletten Liste darüber, welche Schulen geschlossen bleiben, veröffentlichte weder der Landkreis noch das staatliche Schulamt auf ihren Internetseiten. 

„Was für ein Chaostag“, kommentierte eine WLZ-Leserin auf Facebook. 

Der Landkreis hatte immerhin eine Info auf seiner Homepage mit der Empfehlung für die Schulen, aufgrund des aufziehenden Sturms den Unterricht nach der dritten Stunde zu beenden. Ob und welche Schulen diesem Rat folgten, stand dort aber nicht. Es folgten zudem Links zu lokalen Medien, die jedoch auch nicht immer laufend über den aktuellen Stand der Schulschließungen berichten konnten, da die Telefonleitungen in den Schulen oft besetzt waren. Neben Presseanfragen mussten die Schulen schließlich auch zahlreiche Anfragen von Eltern beantworten. 

Auch unsere Zeitung fragte selbst bei den Schulen nach oder fand Informationen zu Schulschließungen auf deren Internetseiten. Anschließend veröffentlichten wir eine entsprechende Liste – allerdings ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Gleichzeitig fragte unsere Zeitung beim Landkreis nach, ob es dort nicht möglich sei – als Service für die Eltern – selbst gebündelte Informationen über Schulschließungen über das Internet herauszugeben? 

Auf die Anfrage teilte der Landkreis am Donnerstag Folgendes mit: „Grundsätzlich entscheiden die Schulen selbst, ob bei Wetterlagen wie der aktuellen der Unterricht stattfindet oder nicht. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg kann hierzu in diesem Fall keine Anweisung aussprechen.“ 

Am Mittwoch hätten sich einige Schulen dazu entschlossen, aufgrund der extremen Wettervorhersage den Unterricht ausfallen zu lassen, weitere im Laufe des Vormittags. Ebenso habe am Donnerstagmorgen Landrat Dr. Reinhard Kubat allen Schulleiterinnen und Schulleitern in Waldeck-Frankenberg empfohlen, die Schüler nach der dritten Stunde nach Hause zu entlassen, damit die Kinder vor den Sturm sicher zu Hause ankommen. „Dieser Empfehlung sind weitere Schulen gefolgt“, schreibt der Landkreis. 

Neues Service-Angebot auf der Landkreis-Webseite

Auf Basis der aktuellen Erfahrungen habe sich der Landkreis dazu entschlossen, bei ähnlichen Fällen künftig ein freiwilliges Service-Angebot für Eltern und Schüler bereitzustellen. Schulen, die künftig über einen Unterrichtsausfall entscheiden, werden gebeten, dem Landkreis dies zeitnah mitzuteilen. 

Beim Landkreis sollen die Informationen gebündelt werden – und damit eine zusätzliche Informationsquelle über Schulausfälle bei solchen extremen Wetterlagen geboten werden. Die Infos sollen dann auf der Webseite des Landkreises veröffentlicht werden. Zudem soll in den sozialen Medien wie Facebook darauf hingewiesen werden. „Dabei ist zu betonen, dass dieses Angebot ein freiwilliger und zusätzlicher Service ist, für den keine Gewähr auf Vollständigkeit gegeben werden kann“, schreibt der Landkreis. Man sei auf die Information durch die Schulen angewiesen. (dau)

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