In Waldeck-Frankenberg rund um Sommerferien sechs Verfahren eingeleitet

Schule schwänzen: So teuer kann es werden, wenn Kinder unentschuldigt fehlen

Waldeck-Frankenberg. Im gesamten Jahr 2017 bis September 2018 wurden von den Staatlichen Schulämtern in Hessen rund 5800 Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Schulschwänzens eingeleitet. Sieben Prozent der Fälle betreffen Zeiten unmittelbar vor oder nach den Ferien. In Waldeck-Frankenberg spielt das Thema eine untergeordnete Rolle.

Das hessische Kultusministerium sieht keinen Trend zum Schwänzen vor oder nach Ferienstart. Das geht aus der Antwort einer SPD-Anfrage im Landtag hervor. Allerdings: Im ersten Halbjahr 2017/2018 gab es weniger unentschuldigte Fehlzeiten im Zusammenhang mit den Ferien als im zweiten Halbjahr. Rund um Oster- und Sommerferien würden die unentschuldigten Fehltage zunehmen.

Die Aussagen aus Wiesbaden für das Bundesland würden weitgehend so auch für die Region gelten, sagt Burkhard Schuldt, Leiter des Staatlichen Schulamts in Fritzlar, das für Waldeck-Frankenberg und den Schwalm-Eder-Kreis zuständig ist. „Es gibt keinen Trend“, sagt er. Die Zahl der Anträge auf Freistellung würde schwanken, eine Übersicht darüber gebe es aber nicht.

Viele Eltern wollen günstig in den Urlaub fliegen und verlängern deshalb die Ferien ihrer Kinder. Doch Schuldt stellt klar: Billiger reisen ist kein Grund für eine Freistellung. Über diese entscheiden die Schulleiter direkt vor Ort.

In beiden Landkreisen wurden im Zusammenhang mit Fehlzeiten rund um die Sommerferien in diesem Jahr sechs Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, in den vergangenen Oster- und den Weihnachtsferien gab es keine Verfahren. In den Sommerferien 2017 gab es vier Verstöße, in den Osterferien 2017 ebenso vier. Die Zahlen würden sich auf einem normalen Level bewegen. Wurde eine Ordnungswidrigkeit festgestellt, müssen die Eltern Strafe zahlen.

Mindestens 100 Euro pro Fehltag - je Elternteil

Fehlen Schüler unentschuldigt unmittelbar vor oder nach den Ferien, kann ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet werden. Die Eltern können dann zu Zahlungen von Geldbußen von 100 Euro je Elternteil aufgefordert werden, sagt Burkhard Schuldt vom Staatlichen Schulamt in Fritzlar.

Bei mehr als sechs Fehltagen unmittelbar vor oder nach den Ferien liegt der Mindestsatz sogar bei 150 Euro für jeden Elternteil. Hinzu kommen zusätzlich noch Gebühren in Höhe von 28,50 Euro je Elternteil – 25 Euro Bearbeitungsgebühr und 3,50 Euro Zustellungskosten der Post.

Von den Ordnungswidrigkeitsverfahren, die 2017 in ganz Hessen eingeleitet wurden, seien bislang rund 74 Prozent abgeschlossen worden, teilte das Kultusministerium auf Anfrage der SPD im Landtag mit. 

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