Heimische Landwirte demonstrieren bei Grüner Woche in Berlin

„Schulterschluss mit Verbraucher“

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„Wir haben es satt“: Heiner Küthe, Anton Heinen, Christoph und Reinhard Nagel haben sich heute Morgen auf den Weg zur Demonstration in Berlin gemacht.Foto: Demski

Waldeck-Frankenberg - Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 Stundenkilometern haben sich heimische Landwirte auf den Weg nach Berlin gemacht. Sie wollen pünktlich zur Grünen Woche für „Bauernhöfe statt Agrarindustrie“ demonstrieren.

Die Gurte haben sie festgezurrt, zwei kleine Trecker auf den Anhänger gehievt und das 150 PS starke Zugfahrzeug vollgetankt. Rund 35 Kilometer schafft der Schlepper durchschnittlich in der Stunde. „Bis nach Berlin werden wir wohl zwölf Stunden brauchen“, sagt Reinhard Nagel.

Sohn Christoph hat eine Strecke über Bundesstraßen ausfindig gemacht, heute Morgen gegen 5 Uhr fiel der Startschuss. Neben den Nagels sind auch Heiner Küthe aus Hemmighausen, Lukas Franke aus Deringhausen und Anton Heinen aus dem Bergischen Land dabei. „Unterwegs werden wir auf Kollegen aus der ganzen Republik treffen“, sagt Reinhard Nagel. Am Samstagnachmittag wollen sie von Blankenfelde aus zur Messe fahren, weiter zum Potsdamer Platz und schließlich zur Abschlusskundgebung am Kanzleramt.

„In diesem Jahr sind wir doppelt motiviert“, sagt Nagel. Denn die Landwirte demonstrieren auf der einen Seite wie in den vergangenen Jahren für eine bienen- und umweltfreundliche Landwirtschaft, für Saatgutvielfalt und faire Preise. Sie kritisieren Gentechnik, Bauernhofsterben und Monokulturen. „Aber in diesem Jahr gilt unser Protest vor allem den Freihandelsabkommen TTIP und CETA“, sagt Nagel. Über viele Jahre habe er als Biolandwirt für hohe Standards gekämpft und gegen anonyme Produkte. „Wir brauchen jetzt mehr denn je den Schulterschluss mit dem Verbraucher“, betont er.

Und deswegen haben sich die Landwirte auch für den Weg mit dem Schlepper und vielen Protestplakaten entschieden. „Wir wollen die Menschen schon auf unserm Weg nach Berlin informieren“, sagt Nagel. Dafür haben sie rund 420 Kilometer lang Zeit.

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Von Theresa Demski

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