Arbeitslosenquote fällt in Waldeck-Frankenberg auf 4,6 Prozent

Schwacher Herbst auf Arbeitsmarkt

Waldeck-Frankenberg - Der Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis Waldeck-Frankenberg fällt schwächer aus als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote im Kreis liegt bei 4,6 Prozent.

3873 Menschen waren im Oktober ohne Job, das entspricht einem Minus von 2,2 Prozent gegenüber September, so Daten der Korbacher Agentur für Arbeit. Im Vergleich zum Oktober 2011 ist die Zahl der Arbeitslosen allerdings um 4,2 Prozent gestiegen.

„Sind ein Leuchtturm“

Die schwächere konjunkturelle Entwicklung macht sich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Doch: „Der Arbeitsmarkt stagniert auf hohem Niveau, wir sind nach wie vor ein Leuchtturm in Hessen. Wir bereiten uns nicht auf den freien Fall vor“, kommentierte Uwe Kemper, Leiter der Korbacher Agentur, gestern die Tahlen.

Erstmals stellte die Behörde Zahlen für den erweiterten Agenturbezirk vor, der neben Waldeck-Frankenberg jetzt auch den Schwalm-Eder-Kreis umfasst. Insgesamt sind dort 8121 Menschen ohne Arbeit, die Arbeitslosenquote liegt bei 4,5 Prozent. Im Vergleich mit anderen Regionen stimme die Quote zufrieden, sagte Kemper.

Zurückgegangen ist auch die Unterbeschäftigten-Quote - und zwar von 6,2 auf 6,0 Prozent. Die Zahl der Unterbeschäftigten setzt sich zusammen aus den gesetzlich definierten Arbeitslosen sowie den Teilnehmern an Arbeitsmarktmaßnahmen, wie Weiterbildungen und Ein-Euro-Jobs.

Mehr Ältere ohne Arbeit

Vor allem Jugendliche und Erwachsene profitierten von der saisonüblichen Erholung. An den Älteren ging der Trend indes vorbei: Im Vergleich zum Vormonat waren im Oktober 1,4 Prozent mehr Menschen über 50 Jahre ohne Arbeit, verglichem mit den Vorjahreswerten waren es sogar 10,5 Prozent. Mit gut einem Drittel stellen sie außerdem die größte Personengruppe unter den Arbeitslosen.

Gleichzeitig meldeten im September sechs Unternehmen in Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder 251 Mitarbeiter für Kurzarbeit an (August: drei Betriebe, 65 Mitarbeiter). „Der Beratungsbedarf zu Kurzarbeit ist deutlich gestiegen, viele Unternehmen haben außerdem begonnen, Überstundenkonten abzubauen“, so der Agentur-Leiter.

Auch für offene Stellen schwindet die Dynamik: Der Bestand von aktuell 1445 Stellenangeboten ging im Monatsvergleich um 5,2 Prozent zurück. Zurückhaltung sei insbesondere beim verarbeitenden Gewerbe und bei Zeitarbeitsfirmen zu spüren, sagte Kemper. Neu gemeldet wurden der Agentur im Oktober lediglich 611 offene Stellen - das ist ein Rückgang um 120 Offerten gegenüber dem Vormonat.

Weniger Jobs in Frankenberg

Während Waldeck-Frankenberg von einer gesunden Betriebsstruktur profitiere, zeige sich der Schwalm-Eder-Kreis deutlich konjunkturabhängiger, verglich Kemper die beiden Landkreise des neuen Agenturbezirks. Im Nachbarkreis ging die Arbeitslosigkeit nur um 0,5 Prozent zurück, verglichem mit 2011 stieg sie sogar um 5,7 Prozent an. Aber auch innerhalb Waldeck-Frankenbergs gestaltet sich die Lage unterschiedlich: Während in Bereich der Geschäftsstellen Korbach und Bad Arolsen die Arbeitslosigkeit leicht zurückging, stieg die Zahl in Frankenberg um zehn Personen an. Das sei einem großen Anteil an Personaldienstleistern im Südkreis zuzurechnen, sagte Kemper.

Länger in Hartz IV

2401 Menschen werden derzeit vom Jobcenter Waldeck-Frankenberg betreut (Hartz-IV). Das entspricht einem Rückgang um 66 (minus 2,7 Prozent) gegenüber September und einem Zugang um 52 (plus 2,2 Prozent) gegenüber Oktober 2011.

Langzeitarbeitslose brauchen in diesem Jahr mehr Zeit, bis sie wieder einen Job finden: „Die Bezugsdauer ist deutlich länger als im Vorjahr“, sagte Reinhold Lohmar, Geschäftsführer des Kreisjobcenters. Im Schnitt sind es 503 Tage, 2011 waren es noch durchschnittlich 477 Tage.

Hintergrund

Der Agenturbezirk Korbach umfasst seit dem 1. Oktober nicht mehr nur den Landkreis Waldeck-Frankenberg, sondern auch den Schwalm-Eder-Kreis, der bislang von den Agenturen Kassel und Marburg betreut wurde.(lb)

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