Sommerserie: 12 Uhr mittags am Bad Wildunger Kurschattenbrunnen

Schwätzchen bei den Nackedeis

Bad Wildungen - Eine halbe Stunde am Mittag: Die Redakteure von WLZ-FZ nehmen sich in den Sommerferien Zeit – für Orte, Menschen, die Natur und überraschende Begegnungen. Was geschieht um 12 Uhr mittags im Landkreis?

Den sonnigen Start in das Wochenende genießen Menschentrauben mittags am Kurschattenbrunnen. Die nackten Schönheiten aus Sandstein locken Besucher an – immer wieder klicken Kameras. Reha-Gäste flanieren vom Kurbezirk in die Altstadt und lassen sich treiben vom Geschehen auf der Promenade. „Guck mal, die hat aber dicke Waden“, staunt ein Dreikäsehoch über die Frauenfigur am Brunnen mit hoch erhobenem Kopf und Stöckelschuhen und streichelt ihr über den Bronze-Popo. „Die gibt’s auch in Schokolade“, gibt ein Wildunger Passant einen heißen Tipp. Zwei Rentner haben es sich auf einer Bank gemütlich gemacht und stöhnen über die angekündigte Tropenhitze der nächsten Tage. Derweil dreht sich das Mini-Karussell auf dem Pflaster unentwegt. Es steht bei Kindern hoch im Kurs. Beobachten, genießen, entspannen – am Nabel der Brunnenstraße darf die Seele baumeln. Der 28 Jahre alte Kur­schattenbrunnen, der beim Bau in 1987 mit seinen „frivolen“ Figuren bundesweit Schlagzeilen produzierte, ist beliebter Treffpunkt für Mittagspausen unter freiem Himmel. Eine Gruppe Arbeitskollegen genießt die Auszeit mit ei- nem Eis in der Hand. „Wir sind oft hier, wenn das Wetter passt“, sagt einer aus der Gruppe. Durch den Stadtumbau und neue Sitzbänke hat der Platz an Aufenthaltswert gewonnen. Das schätzt auch die Ex-Wil­dungerin Christina Schröder. Sie ist auf Heimatbesuch in der Badestadt und verkürzt die Wartezeit auf ihren Bus am Kur­schattenbrunnen. „Immer, wenn ich hierher komme, ist wieder etwas Neues entstanden“, staunt die Kasseler Studentin über neue Wohlfühl-Akzente in ihrer Heimatstadt. Derweil ist eine Clique junger Leute in das Straßencafé nebenan eingekehrt und genießt mit Blick auf die Wasserspeier eine eiskalte Apfelschorle. Ein paar Meter weiter wird es international in Bad Wildungens neuer Mitte. Ein älteres Paar aus den Niederlanden fachsimpelt mit einem Faltblatt auf den Knien, wo der Stadtbummel starten soll. Laut übertönt werden die Holländer von Mboyo Ngeledi und seinen afrikanischen Landsleuten, die angeregt plaudern. „Hier bin ich gern“, strahlt der Nigerianer und spielt ganz spontan auf der Luftgitarre. So endet ein Schwätzchen an „High Noon“ und weckt die Lust auf mehr – auf Wiedersehen am Kurschattenbrunnen!

„High Noon“ – der Zeiger der Uhr springt auf 12 Uhr. Was passiert zu dieser Zeit an einer bestimmten Stelle in Waldeck-Frankenberg? In unserer Sommerserie schauen wir hin und erzählen Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, kleine Episoden aus dem Alltag. Und: Schicken Sie uns um 12 Uhr mittags an einen Ort Ihrer Wahl. Schreiben sie uns an lokalredaktion@wlz-fz.de.

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