Diakonisches Werk berät in Waldeck-Frankenberg

Beratung in der Schwangerschaft: Manche Hilfen sind kaum bekannt

Sibylle Reifferscheidt (unser Bild) und ihre Kollegin Manuela Finger vom Diakonischen Werk Waldeck-Frankenberg haben immer ein offenes Ohr, wenn es um Schwangerschaftsberatung im Landkreis geht.

Waldeck-Frankenberg. Unsicherheit? An vielen Punkten muss sie nicht sein, wenn eine Schwangerschaft bestätigt ist. Gute Wegbegleiter sind Checklisten für die Wochen vor und nach der Geburt und auch das persönliche Gespräch bei der Schwangerenberatung.

Das übernimmt in Waldeck-Frankenberg das Diakonische Werk mit Büros in Korbach, Bad Arolsen, Bad Wildungen und Frankenberg. Sibylle Reifferscheidt hat für fast alles ein offenes Ohr. Wo immer es geht, helfen sie und ihre Kollegin Manuela Finger weiter – unter Schweigepflicht und kostenlos.

Die meisten Beratungsgespräche beginnen mit finanziellen Fragen oder Hilfe bei Anträgen. Auch für persönliche Probleme ist hier Raum –vom Stress in der Partnerschaft bis hin zu Überforderung bei der Erziehung. Auch Anträge für Verhütungsmittel, für die der Landkreis die Kosten übernimmt, gibt es hier. Sibylle Reifferscheidt ergänzt die Checklisten (etwa die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter www.familienplanung.de) um diese Informationen:

Bundesstiftung "Mutter und Kind"

Sie gewährt staatliche Unterstützung für Familien mit geringem Einkommen für die Baby-Erstausstattung. In Ausnahmefällen könne auch ergänzende Mittel gewährt werden, wenn wegen des Babys eine größere Wohnung nötig ist - "das ist eine Super-Hilfe", sagt Sibylle Reifferscheidt.

Vaterschaft & Sorgerecht

Bei unverheirateten Paaren muss die Vaterschaft offiziell anerkannt werden (zum Beispiel beim Jugendamt). Dort ist auch das Sorgerecht zu klären – beides möglichst schon vor der Geburt. Bei Alleinerziehenden geht es hier auch um Unterhalt und möglicherweise ums Umgangsrecht. Bei schwierigen Verhältnissen bietet das Jugendamt Beistandschaft an für die Zeit nach der Geburt.

Haushaltshilfe

Dieses Angebot der Krankenkassen für Familien/Alleinerziehende mit Kindern unter zwölf Jahren ist vielen nicht bekannt. Es stellt sicher, dass die Kinder versorgt sind, wenn die Mutter in der Schwangerschaft, wegen der Geburt oder danach ausfällt und niemand sonst die Betreuung der Kinder übernehmen kann.

Elternzeit

Maximal drei Jahre stehen jedem Elternteil zu (in bis zu drei Zeitabschnitten) bis zum achten Geburtstag des Kindes. Elternzeit ist mindestens acht Wochen vor Beginn zu beantragen. Tipp: lieber einen kürzeren Zeitraum beantragen und dann verlängern – verkürzen ist in der Regel schwierig. In dieser Zeit gibt es zwölf Monate Elterngeld.

Elterngeld

Die Anträge (erhältlich beim Standesamt) sind so umfangreich, dass selbst Hochschulabsolventen Hilfe suchen. „Es gibt heute viel mehr Variationsmöglichkeiten – auch für Väter“, so die Expertin. Elterngeld und Teilzeit-Arbeit etwa lassen sich kombinieren. Zentrale Frage: Kann ich mir das leisten und wieviel Geld bekomme ich? „Es sind mindestens 300 Euro im Monat, in der Regel 67 Prozent des Durchschnittseinkommens der letzten zwölf Monate“, sagt Sibylle Reifferscheidt. Einen ersten Anhaltspunkt liefert ein Online-Rechner (www.elterngeldrechner.de). Zuständig ist das Amt für Versorgung und Soziales in Kassel. Eine Broschüre „Elterngeld, ElterngeldPlus und Elternzeit“ hat das Bundesfamilienministerium herausgegeben (www.bmfsfj.de). Zusätzliche Hilfe bei geringem Einkommen Berufstätiger gibt es in Form von Wohngeld, Kindergeldzuschlag oder Arbeitslosengeld II.

Betreuungsgeld

Das umstrittene Betreuungsgeld (eingeführt 2013) für diejenigen, die ihre Kleinkinder zu Hause betreuen, gibt es nicht mehr.

Krankenkasse

Unverheiratete müssen klären, bei wem das Kind mitversichert ist (in der Regel der Besserverdienende).

Kontakt

Schwangerenberatung, Diakonisches Werk Waldeck-Frankenberg, Prof.-Bier-Str. 9, 34497 Korbach, Ruf: 05631/913256, mail: schwangerenberatung@ekkw.de

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