Waldeck-Frankenberg

Schweinegrippe: Kreis bereitet Impfungen vor

- Waldeck-Frankenberg (lb). Die bisher größte Impfaktion im Landkreis Waldeck-Frankenberg startet in einer Woche. Schon am Dienstag werden die ersten 1500 Dosen des Impfstoffes „Pandemrix“ gegen die Schweinegrippe angeliefert.

„Ich kann mich an keine Impfaktion in dieser Größenordnung erinnern, und ich bin seit 1987 hier“, sagt Dr. Hannelore Wendt, Leiterin des Kreisgesundheitsamts. Am Montag hat sie die erste Bestellung aufgegeben, weitere sollen wöchentlich folgen. Ab kommenden Montag können sich die Waldeck-Frankenberger dann gegen die Schweinegrippe impfen lassen – wenn sie es wollen. Zunächst sollen Beschäftigte im Gesundheitsdienst und der Wohlfahrtspflege, Polizisten, Feuerwehrleute – im Landkreis insgesamt rund 17 000 Menschen – und Risikogruppen, für die eine Infektion schwerwiegende Folgen hätte, das Serum bekommen. Chronisch Kranke und Schwangere werden von ihren Hausärzten beziehungsweise Gynäkologen geimpft, alle anderen durch die Betriebsärzte oder das Gesundheitsamt. Mit den rund 3,7 Millionen Dosen, die das Land Hessen gekauft und an die Landkreise verteilt hat, können bei einer einmaligen Impfung etwa 60 Prozent der Bevölkerung versorgt werden. Der Fachdienst Gesundheit in der Kreisverwaltung ist jedenfalls auf einen Massenansturm vorbereitet: Derzeit werden im Gesundheitsamt in Korbach (Am Kniep 50) und in der ehemaligen Kreistagssitzungssaal in der Verwaltungsstelle Frankenberg die Impfstraßen eingerichtet. Außerdem fragte das Amt Ärzte, die nicht mehr praktizieren, weil sie etwa im Ruhestand oder in Elternzeit sind, um Unterstützung an. „22 haben sich bereiterklärt“, so Wendt. Zu welchen Uhrzeiten die Impfungen stattfinden, steht unterdessen noch nicht fest.Wie viele Menschen sich tatsächlich impfen lassen, wird sich noch zeigen. Die Diskussion um die beiden Impfstoffe hat das Vertrauen vieler in die Pharmaindustrie in den letzten Tagen gegen Null sinken lassen: Die Bundesregierung hatte vor Monaten den Impfstoff „Celvapan“ für Soldaten und Bundesbeamte bestellt. Das Serum gilt als besser verträglich als das „Pandemrix“ für den Rest der Bevölkerung. „Die Menschen haben sich informiert und sind in hohem Maße verunsichert“, sagt Hannelore Wendt. Das Gesundheitsamt hat deshalb eine Hotline eingerichtet. Die Mitarbeiter beantworten vorerst zu den üblichen Sprechzeiten von 8 bis 18 Uhr unter Tel. 05631/954-880 Fragen zur Impfung gegen die Schweinegrippe, bei Bedarf wird das Angebot ausgeweitet.

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