Waldeck-Frankenberg

Schweinegrippen-Impfung startet im Landkreis

- Waldeck-Frankenberg (lb). Soll ich oder soll ich nicht? Seit Montag können sich die Waldeck-Frankenberger gegen die Schweinegrippe impfen lassen – doch viele sind unsicher, ob sie sich die Spritze geben lassen sollen.

Volker Nickel (41) ist einer der Ersten: Ein kurzer Piekser in den linken Oberarm – und die Sache ist überstanden. Der freiwillige Feuerwehrmann aus Korbach hat nicht lange überlegen müssen, um sich für die Impfung zu entscheiden: „Ich lasse mich seit Jahren auch gegen die saisonale Grippe impfen“, sagt Nickel. Seinen Beschluss teilen nicht allzu viele: Die größte Impfaktion in der Geschichte des Landkreises – allein für diese Woche hatte das Gesundheitsamt 1500 Impfdosen geordert – läuft eher schleppend an. Warteschlangen vor den Impfstellen gibt es jedenfalls keine. 25 waren es in Frankenberg, die sich den Impfstoff Pandemrix haben spritzen lassen, ins Korbacher Gesundheitsamt kamen 37 Menschen. Zu sehr hat die Diskussion der vergangenen Tage die Menschen verunsichert: Ist der Impfstoff Pandemrix ein Schnellschuss mit unkalkulierbaren Nebenwirkungen? Unzählige Experten haben sich zu Wort gemeldet – eine einhellige Meinung gibt es nicht, die Bürger müssen die Entscheidung zwischen Nutzen und Risiko selbst treffen. Dass die Skepsis gegenüber der Schweinegrippen-Impfung zugenommen hat, zeigt auch eine nicht repräsentative Leserumfrage der WLZ-FZ: Noch im August wollten sich 32 Prozent der Befragten impfen lassen, mittlerweile sind es nur noch elf Prozent. Gleichzeitig steigt die Zahl der Menschen, die eine Impfung ablehnen: 53 Prozent erklärten im August, dass eine Impfung für sie nicht infrage komme, im Oktober sind es 75 Prozent, fast ein Viertel mehr. Genauso uneins wie die Experten an den Universitäten sind sich auch die Ärzte im Landkreis: „Es impfen nicht alle Kollegen, es stehen nicht alle dahinter“, sagt Dr. Peter Koswig, Vorsitzender des Waldecker Ärztenetzes. Fragen verunsicherter Patienten gebe es in diesen Tagen viele. Die einzige Empfehlung, die der Korbacher Arzt abgeben kann: „Wer sich impfen lassen möchte, kann es tun. Wer sich noch unsicher ist, sollte abwarten.“ Denn in zwei bis drei Wochen wisse man über mögliche Nebenwirkungen des Serums mehr. „Man muss nicht unbedingt bei den Ersten dabei sein“, rät Koswig. Dr. Ralf Engelhard, Vorsitzender des Frankenberger Ärztevereins, verweist auf die Empfehlungen der ständigen Impfkommission: „Risikopatienten wie alten oder chronisch kranken Menschen sollte die Impfung aktiv angeboten werden.“ Bei Schwangeren ist sich der Frankenberger mit Koswig einig: „Ich impfe sie nicht.“Auch innerhalb der Korbacher Feuerwehr hätten sie lange das Für und Wider diskutiert, sagt unterdessen Volker Nickel. Er hat sich dabei seine Meinung gebildet: „Ich denke, die Risiken der Impfung sind geringer als die, wenn man tatsächlich an Schweinegrippe erkrankt“, so der Korbacher.

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