Vorwürfe gegen Betrieb in Waldeck-Frankenberg

Schweinemast: Tierschützer prangern Missstände an

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Der Verein moniert auch die Bildung von Maden.

Waldeck-Frankenberg. Der Tierschutzverein „tierretter.de“ erhebt schwere Vorwürfe gegen sechs Zulieferbetriebe von Westfleisch, einem führenden Fleischvermarkter in Deutschland. Darunter ist auch ein Schweinemastbetrieb aus Nordwaldeck. Die übrigen Betriebe liegen in den Kreisen Paderborn, Höxter, Minden-Lübbecke und Warendorf.

Auf Fotos und in Videos aus den westfälischen Ställen, die der Verein auf seiner Internetseite veröffentlicht hat, dokumentiert er schwere Verletzungen bei den Tieren sowie verendete und sterbende Schweine und Ferkel, Missbildungen, fehlende Trinkwasserversorgung, überfüllte Krankenbuchten und zu hohe Ammoniak-Werte.

„In Nordwaldeck haben wir Mitte September nachts ausschließlich Folgendes festgestellt: Der Stall war sehr verdreckt, es kamen Maden durch den Boden. Schweine litten an Augenentzündungen – was auch auf den zu hohen Ammoniakwert zurückzuführen ist, den wir gemessen haben“, sagte Patrick Sabatkiewicz vom Vorstand des Vereins „tierretter.de“ auf Anfrage unserer Zeitung. „Ein Schwein wurde im Mittelgang separiert und ohne frische Trinkwasserversorgung zurückgelassen.“

Der Verein hat die Missstände den Veterinärämtern mitgeteilt. Dies bestätigte Dr. Hartmut Wecker, Sprecher des Landkreises Waldeck-Frankenberg. „Der Verein erwartet, auch mit Blick auf den Betrieb in Nordwaldeck, dass Anzeige erstattet wird. Sonst würde er es selbst tun“, sagte er. Wecker wies darauf hin, dass der Betrieb in Nordwaldeck aus der Routine heraus regelmäßig und unangekündigt überprüft werde. Wecker: „Es wurden dabei noch nie gravierende Verstöße festgestellt.“

Das betonte auch der Landwirt, der den Betrieb bewirtschaftet: „Am Mittwoch war das Veterinäramt noch einmal unangekündigt vier Stunden bei uns und hat keine Verstöße festgestellt“, sagte er auf Anfrage.

Was der Landwirt aus Nordwaldeck im Detail zu den Vorwürfen sagt und wie sich das Unternehmen Westfleisch äußert, lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der WLZ am 19. Oktober 

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