Dramatischer Unfall am Bahnübergang in Twiste - B252 gesperrt

Schweinetransporter kippt auf Pkw (aktualisiert) - Video und Bildergalerie

Twistetal-Twiste - Der mit 83 Schweinen beladene Anhänger eines Viehtransporters ist am Ortsausgang von Twiste umgekippt. Die Rettung der noch lebenden Tiere zog sich über mehrere Stunden.

Beim folgenschweren Unfall am Dienstag an der stark befahrenen Bundesstraße 252 starben viele der Tiere. Trotz aller Dramatik ist das Unglück aber noch glimpflich ausgegangen. Wie durch ein Wunder blieb auch die Familie des Twistetaler Bürgermeisters von einer Katastrophe verschont. Der Spediteur des Paderborner Schlachthofs hatte gegen 12.15 Uhr bei einem Twister Schweinemäster 160 Schweine geladen. Wenige Meter vom Hof entfernt passierte das Lkw-Gespann den Bahnübergang am Ortsausgang in Richtung Bad Arolsen, als der Anhänger ins Straucheln geriet.

Der Anhänger knickte einen Baum an der Straße um und erfasste den gerade erst dort abgestellten Pkw eines Anwohners – Schwiegervater des Bürgermeisters. Der Wagen wurde mitgerissen und prallte gegen einen VW Sharan, die „Familienkutsche“ des Bürgermeisters Stefan Dittmann. Seine Frau Nina hatte erst kurz vorher ihren Wagen vor der Haustür abgestellt und war ins Haus gegangen. Durchs Küchenfenster sah Nina Dittmann dann Teile des Viehanhängers vorbeifliegen, ehe er unter lautem Getöse auf den Wagen der Dittmanns krachte. Ein Polizeibeamter, der zufällig in einem Zivilwagen an der Unfallstelle in Twiste vorbeikam, organisierte die Alarmierung von Feuerwehr und Schlachthof.

Es dauerte etwa 90 Minuten, bis ein zweiter Viehtransporter aus Mengeringhausen samt Metzger vor Ort war. Feuerwehrleute aus Twiste und Berndorf stützten den umgekippten Anhänger ab und bauten eine Absperrung und eine Rampe zur möglichst schonenden Rettung der erbärmlich quiekenden Tiere.

Mitarbeiter des Veterinäramtes überwachten die Befreiung der Schweine und entschieden, dass verletzte Tiere vor Ort vom Metzger mit einem Bolzenschussgerät getötet wurden. Die überlebenden Tiere bekommen nun einige Tage Schonfrist, um sich von dem Schock zu erholen und dann in einem zweiten Anlauf zum Schlachthof gebracht zu werden.

Bürgermeister Stefan Dittmann, der seit Jahren für den Bau einer Umgehungsstraße für Twiste eintritt, fragte angesichts der Tragödie vor seinem Haus: „Was muss denn hier noch passieren, bis endlich etwas geschieht?“

Von Elmar Schulten

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