Lars Mewes, Anna Veltum, Johanna Krause und ihre Konzepte nach Schulzeit

Die schwierige Frage nach der Zukunft

Waldeck-Frankenberg - Alle jungen Erwachsenen verbindet eine Frage: Was mache ich aus meiner Zukunft? Drei junge Waldeck-Frankenberger erzählen von ihren Erfahrungen und ihren Plänen für die Zukunft.

Egal ob Realschulabschluss, Hauptschulabschluss oder Abitur: Wenn es um die Zukunfts-planung geht, dann haben junge Waldeck-Frankenberger große Träume und viele Pläne. Andere stehen ratlos mit ihrem Zeugnis in der Tasche vor den Herausforderungen. Ausbildung, Studium oder doch ein Auslandsaufenthalt - sie haben die Qual der Wahl.

In die weite Welt

Anna Veltum ist 18 Jahre alt und lebt in Boston - an der Ostküste der USA. Sie besucht dort sechs Monate lang eine Sprachschule, um ihr Englisch zu verbessern. „Ich finde, dass Englisch wichtig für mein weiteres Leben ist“, erzählt sie, „es wird nicht nur später im Beruf eine Rolle spielen, sondern auch beim Studium oder der Ausbildung.“ Ein halbes Jahr im Ausland sei für sie die perfekte Möglichkeit, das Land und die Sprache besser kennenzulernen.

Die 18-Jährige hat 2012 ihr Fachabitur gemacht und sich danach etwas Geld für ihren Aufenthalt in Amerika verdient. „Während ich in der zwölften Klasse war, habe ich mich dann dazu entschieden, dass ich ins Ausland gehe. Mir fiel die Entscheidung nicht schwer. Ich habe mir keine Gedanken gemacht, ob ich erst studieren will. Ich wollte einfach erst die Welt sehen.“ Die erste Woche sei sehr komisch für sie gewesen, weil sie niemanden kannte und sich alleine in einem fremden Land zurechtfinden musste. „Aber im Laufe der Zeit habe ich neue Menschen kennengelernt, und ich habe mich an die an-dere Kultur gewöhnt“ sagt sie.

Die Zeit in Boston machte sie selbstständiger. Sie lernt fürs Leben. Und auch die Pläne für die Zukunft hat sie fest im Blick: Nach der Zeit in Boston möchte ich dann wahrscheinlich nach Österreich gehen und Facility Management studieren“, erklärt Anna Veltum. Ob sie irgendwann nach Wal-deck-Frankenberg zurückkehren will? „Ich kann mir schon vorstellen, wieder hier in der Umgebung zu leben, aber erst, wenn ich studiert und ein we-nig gearbeitet habe“, sagt sie.

Einen anderen Weg hat Lars Mewes (20) aus Sachsenhausen gewählt: Er möchte demnächst ein Studium im Bereich Industrie-/Produktdesign oder visuelles Design beginnen. „Ich möchte mein Hobby zu meinem Beruf machen, weil ich der Meinung bin, dass die Arbeit dann einfach mehr Spaß bereiten wird“, erklärt er.

Zukunftsplan: Studium

Er hat nach seinem Realabschluss eine Ausbildung zum Mediengestalter gemacht. Danach hat er ein Jahr Fachoberschule in der Richtung Gestaltung absolviert und verdient sich seit ungefähr einem halben Jahr etwas Geld für sein Studium. „Ich möchte vor dem Studium einfach ein kleines finanzielles Polster haben“, erklärt er mit einem Augenzwinkern.

Den Beruf so richtig kennengelernt habe er erst durch die Fachoberschule: „Während meiner Ausbildung war ich mit vielen klassischen Dingen beschäftig, wie zum Beispiel Visitenkarten oder Flyern. In der Schule habe ich dann viel über Kunst im allgemeinen Sinne gelernt“, sagt er.Lars Mewes wird sich deutschlandweit an ungefähr 15 Unis bewerben. Sehr gerne würde er an der Uni in Pforzheim stu-dieren. „Die Uni hat einfach einen guten Ruf“, sagt er. Er will eher nicht in die Region zurückkehren: „Für manche ist das Stadtleben was, für andere nicht“, meint Lars Mewes, „mich interessiert das Stadtleben, auch wenn ich nicht weiß, was in zehn oder 15 Jahren ist“.

Johanna Krause geht es da ganz anders: Sie ist in den Vorbereitungen für ihr Abitur. Danach wird sie ihre Ausbildung bei der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) beginnen. Der Bezug zu dem Beruf Industriekauffrau hat sie durch ihre Zeit an der Beruflichen Schule bekommen. „Mir hat das Thema Wirtschaft in der Schule immer viel Spaß bereitet“, erzählt sie.

„Endlich Praxis“

Durch die drei Jahre berufsbezogene Schule hat sie nun die Möglichkeit, ihre Ausbildung innerhalb von zwei Jahren zu machen. Sie freut sich auf den Berufsbeginn. Sie werde viele Bereiche durchlaufen können, Erfahrungen sammeln und neue Menschen kennenlernen. „Aber vor allem freue ich mich, weil nach 13 Jahren Theorie endlich die Praxisphase beginnt“, sagt sie. Die Möglichkeit, anschließend zu studieren, hält sie sich noch offen.

Mit Blick auf den demografischen Wandel sind sich die drei einig: „Wenn die Politik will, dass junge Menschen nach dem Studium oder Ausbildung zurückkommen, dann müssen attraktive und sichere Arbeitsplätze geboten werden.“ (juve)

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