Situation in Waldeck-Frankenberg variiert - Bessere Bezahlung gefordert

Schwimmmeister-Verband schlägt Alarm: Im Bad wird die Aufsicht rar

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Spaß auf der Rutsche im Steinbergbad in Diemelstadt-Wrexen: Viele Schwimmbad-Betreiber im Landkreis sind sich einig, dass Schwimmmeister und anderes Fachpersonal besser bezahlt werden müsste

Waldeck-Frankenberg – In diesen Tagen öffnen die Freibäder ihre Pforten. Parallel schlägt der Landesverband Deutscher Schwimmmeister Alarm: Er weist darauf hin, dass in Hessen 400 Fachkräfte fehlen. Die Situation in Waldeck-Frankenberg ist dagegen unterschiedlich, wie eine Umfrage ergab.

„Für das Heloponte in Bad Wildungen steht im Sommer 2019 für den Betrieb des Freibades und des Hallenbades nicht genügend Personal zur Verfügung. Der Betrieb des Freibades ist aber gewährleistet“, berichtet Betriebsleiter Günther Gutheil auf Anfrage unserer Zeitung. Die Stadt sei bemüht, Ersatz für ausscheidende Mitarbeiter zu finden. Auf dem Arbeitsmarkt gebe es derzeit aber keine freien Mitarbeiter für den Beruf des Fachangestellten für Bäderbetriebe. Auch im Schwimmbad Volkmarsen-Ehringen ist die Situation angespannt. Dort werden für den Sommer noch Badeaufsichten benötigt.

Martin Brücher, Vorsitzender des Schwimmbadfördervereins in Diemelsee-Vasbeck sagte auf Anfrage: „Wir haben in den Sommerferien teilweise einen Engpass, weil unser Bad dann täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet ist. In diesen Wochen ist es schwierig, weil unsere Badeaufsichten fast alle berufstätig sind.“ Anders sieht es unter anderem im Henkel-Erlebnisbad in Vöhl sowie im Steinbergbad in Diemelsee-Wrexen aus. Diese werden direkt oder indirekt von der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) betrieben. „In Vöhl und Wrexen sind wir aktuell nicht auf der Suche. Mit vier festangestellten Mitarbeitern sind wir für die nächsten Jahre gut aufgestellt“, sagt EWF-Sprecher Axel Voigt. Für die Beaufsichtigung des Badebetriebs und die Wasseraufsicht erhalte die EWF Unterstützung von Rettungsschwimmern der heimischen DLRG-Ortsgruppen.

„In unserem Freibad in Gemünden haben wir seit Längerem zwei Schwimmmeister“, berichtet Verwaltungsmitarbeiterin Daniela Gleim. An Sonn- und Feiertagen übernehme der DLRG-Ortsverein die Badeaufsicht. Aktuell gebe es keinen Engpass.

"Stellenwert muss sich erhöhen"

Martin Brücher, Vorsitzender des Schwimmbadfördervereins in Diemelsee-Vasbeck, ist überzeugt davon, dass der Personalmangel am Beckenrand zur Schließung weiterer Bäder führen wird. „Die Folge wäre, dass es auch noch mehr Nichtschwimmer in Deutschland geben wird“, sagt Brücher. „Eltern, die nicht schwimmen können, werden mit ihren Kindern auch keine Bäder besuchen.“ 

Daniela Gleim von der Stadt Gemünden ist der Ansicht, dass eine Attraktivitätssteigerung durch einen höheren Stellenwert des Schwimmmeister-Berufes in der Gesellschaft erreicht werden könne. „Ebenso wichtig wäre eine angemessenere Bezahlung.“ Hallen- und Freibäder könnten in Kooperation die Ausbildung übernehmen, ebenso auch die spätere Beschäftigung. „Weiterhin sollte die Möglichkeit gegeben sein, die schulische Ausbildung in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsplatz ausführen zu können. Derzeit wird der schulische Unterricht nur in Blockseminaren in Friedberg angeboten“, sagt sie.

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