Kasseler Polizeimedaille an zwei Männer aus Adorf und Korbach verliehen 

Serienbankräuber geschnappt: Fabian Küthe lieferte entscheidenden Hinweis

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Tatort: Fabian Küthe an der Bank in Adorf, die ausgeraubt wurde. 

Zum 20. Mal wurde die Kasseler Polizeimedaille verliehen - unter anderem an zwei Waldeck-Frankenberger: Fabian Küthe aus Adorf und Ulrich Zabel aus Korbach.

Einen ruhigen Urlaubstag hatte Fabian Küthe am 2. Januar 2018 geplant. Ausschlafen, frühstücken, an seinen Autos basteln. Als er am Morgen das Haus verließ, um Brötchen zu holen, konnte er nicht ahnen, dass er am Ende des Tages dazu beigetragen hatte, einen Serienbankräuber zu schnappen.

Auf dem Weg zum Bäcker war Fabian Küthe gerade, als ihm auf einem Schleichweg ein Mann entgegen kam. „Er trug eine Kappe und eine Kapuze darüber und hielt sich ein weißes Tuch vors Gesicht“, erinnert sich der 26-Jährige. Gedacht habe er sich dabei zunächst nichts, „ich habe ihn einfach nur wahrgenommen“. Küthe holte Brötchen und Geld am Automaten der Sparkasse und machte sich schließlich wieder auf den Weg zu seiner Wohnung. Und wieder kam ihm der Mann entgegen, nach wie vor mit Tuch vor dem Gesicht.

„Dieses Mal konnte ich ihn länger sehen. Ich habe ‘Guten Morgen’ gewünscht, darüber war er offensichtlich verwundert und stammelte nur eine Antwort.“

Dann entwickelte sich alles schnell. Eine gute Stunde später verbreitete sich die Nachricht, dass die Waldecker Bank in Adorf ausgeraubt wurde, der Hubschrauber der Polizei kreiste bereits, Fotos des Täters, von Sicherheitskameras aufgenommen, landeten auch auf dem Handy von Küthe. „Da fiel mir auf, dass es der Mann war, den ich gesehen hatte.“ Der Adorfer rief die Polizei an und gab eine Täterbeschreibung durch – wohl wissend, dass alle, die in der Bank waren, dazu sicherlich mehr beitragen konnten, wie er sagt.

Der entscheidende Moment kam am Nachmittag. Fabian Küthe schraubte an seinen Autos, als es „Klick“ machte. Direkt vor seiner Wohnung hatte am Vormittag ein Auto geparkt, das er nicht kannte. Ein Audi S5, silber und mit Ingolstädter-Kennzeichen. Küthe ist leidenschaftlicher Auto-Fan, deshalb war ihm der Sportwagen aufgefallen. Wie bei einem Puzzle fielen dann die Teile an ihren Platz: Das Auto musste dem Bankräuber gehört und am Morgen musste er seinen Fluchtweg ausgekundschaftet haben. „Nur dort konnte er unauffällig entkommen.“ Wieder rief er die Polizei an, gab das Nummernschild durch. Am Ende, so sagt er, hatte er es nicht mehr ganz richtig in Erinnerung. Doch es reichte, den Täter dingfest zu machen. „Es war Zufall“, sagt Küthe. Über die Auszeichnung freut er sich dennoch.

Der Täter wurde zu 13 Jahren Haft verurteilt. Den Bericht zum Gerichtsurteil gibt es hier.

Einbrecher auf frischer Tat ertappt

Sonntagmorgen 6 Uhr in der Korbacher Altstadt: „Das ist eine Zeit, in der es so still ist wie auf einem Friedhof“, sagt Ulrich Zabel. Deshalb fiel ihm am 25. Februar 2018 auch gleich das Geräusch auf, das von außen in die Küche seines Hotels drang.

Ulrich Zabel

„Ich war gerade dabei, das Frühstück zu machen, als es draußen immer wieder rappelte.“ Er ging zum Seiteneingang und sah, dass am Haus nebenan, einem Juweliergeschäft, Gitter an einem Fenster fehlten und eine Scheibe eingeschlagen war. Er beobachtete einen Mann, der offensichtlich Schmiere stand und Verpackungen in eine Mülltonne warf. „Und dieses Geräusch hatte ich gehört“, sagt der 70-Jährige. Zabel rief sofort die Polizei. Und erinnerte sich daran, dass er die Täter wohl schon kurz vor dem Einbruch gesehen hatte. „Als ich ins Hotel ging, kamen sie an mir vorbei. Ich hatte sie noch angesprochen und gefragt, ob ich ihnen helfen könne.“ Beide sahen wohl etwas hilflos aus. Eine Antwort bekam Zabel nicht.

Nachdem er die Polizei angerufen hatte, ging alles ganz schnell, sagt der Korbacher. Einen Einbrecher nahmen die Beamten gleich vor Ort fest. Die Beute wurde – sehr zur Erleichterung des Juweliers – sichergestellt.

Dass er dafür eine Medaille bekommt, freue ihn, sei aber nicht wichtig. Auch ohne Ehrung würde er immer wieder genauso handeln.

Zu zehn Monaten Gefängnis wurde einer der Täter verurteilt. Den Gerichtsbericht gibt es hier.

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