Waldeck-Frankenberg

Servicebörse – ein Erfolgsmodell der Landfrauen

- Waldeck-Frankenberg (sch). Auf Initiative der Landfrauen gründete sich vor zehn Jahren die Servicebörse Waldeck-Frankenberg. In der Region bietet der Verein seitdem Dienstleistungen unterschiedlichster Art an.

Die Servicebörse ist ein Netzwerk von Unternehmerinnen in den Bereichen Hauswirtschaft, Service, Kinder, Familie, Senioren, Unternehmen und Organisationen. Ziel ist es, Existenzgründerinnen zu unterstützen, ihre Dienstleistungsangebote zu bündeln und zu vermitteln. Wie zum Beispiel die Angebote von Petra Jäger-Mattern aus Viermünden. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter. Sie dachte zunächst, mit Haus, Garten, Familie und Hund ausgelastet zu sein. Aber weil sie auch finanziell unabhängig sein wollte, hat sie sich Gedanken gemacht, wie sie ihre beruflichen Ziele mit der Familie unter einen Hut bekommt. Sie hatte bereits eine Ausbildung zur Textilreinigerin und vor drei Jahren noch eine weitere Ausbildung als Kauffrau für Bürokommunikation absolviert. Mit ihrem „mobilen Bügelservice“ konnte sie beide Berufe verbinden. Die Selbstständigkeit war Neuland für die Existenzgründerin und so wandte sie sich an die Servicebörse. Sie wurde Mitglied und bekommt von dort auch Aufträge. Bei der Rechnungsabwicklung wird sie von kompetenten Frauen unterstützt. Wie kam es zur Gründung dieses Vereins? Bei einer Arbeitstagung der Bezirksvorsitzenden des Landfrauenverbandes Hessen im Jahre 1998 wurde Elisabeth Schultze, damals Bezirksvorsitzende der Waldecker Landfrauen, auf die Servicebörse aufmerksam, die es bereits in Schleswig-Holstein gab. Erwerbsmöglichkeiten für Frauen zu fördern, etwa während oder nach der Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen, bei denen sich Familie und Beruf gut vereinbaren lassen, ist der Grundgedanke der Initiative. Der Landfrauenverband Hessen unterstützte das Pilot­projekt ebenso wie die beiden Landfrauenbezirksvereine Waldeck und Frankenberg und die damalige Kreisfrauenbeauftragte Margret Richter-Tappe. Das Landwirtschaftsamt in Korbach stellte Raum und Technik zur Verfügung und mit Dr. Bärbel Pertzsch die Projektleiterin. Irmhild Weber wusste, wie EU-Mittel zu beantragen waren, die über die Förderregionen Burgwald und Kellerwald sowie die Stadt Frankenberg ermöglicht wurden. Das Arbeitsamt bewilligte eine ABM-Stelle zur Geschäftsführung, die sich Elke Lichtenfels und Angela Scheuermann teilten. Im Herbst 1998 begannen Britta Trompeter und Sabine Jennert vom Beratungsteam damit, ein Konzept zu entwickeln. Die Frauen, die ihre Dienste über die Servicebörse vermarkten wollen, sind selbstständige Unternehmerinnen. Im Rahmen einer umfangreichen Qualifizierung haben sie betriebswirtschaftliche, rechtliche und steuerliche Grundlagen erworben. Rhetorik, Argumentationstraining und Umgang mit Konfliktsituationen standen auf dem Programm, vor allem wurde mit Sabine Jennert ein marktfähiges Angebot erarbeitet. Das Pilotprojekt lief zwei Jahre, bis Ende 2000. Seit dieser Zeit ist die Servicebörse selbstständig. Dreh- und Angelpunkt ist das Büro in der Otto-Stoelcker-Straße 19, Frankenberg. Hier gehen Angebote und Nachfragen ein und werden entsprechend vermittelt. Seit zwei Jahren ist Heike Arnold aus Rhadern die Büroleiterin. Sie übernahm dieses Amt von Ingrid Göbel aus Basdorf, die im Februar 2004 Elke Lichtenfels aus Osterfeld abgelöst hatte. 20 Dienstleisterinnen aus dem gesamten Landkreis sind zurzeit für die Servicebörse aktiv. Das ganze Team besteht aus qualifizierten, eigenständig arbeitenden Frauen der Region. Die Dienstleisterinnen sind durch eine Haftpflichtversicherung abgesichert. Die größte Nachfrage gibt es für hauswirtschaftliche Dienstleistungen. Das Ferienprogramm der Gemeinde Diemelsee wird alljährlich von einem Team der Servicebörse ausgerichtet. Das Angebot umfasst auch Hilfen in Haus und Garten, Kinder- und Seniorenbetreuung, die Organisation von Festen und Feiern. Die Abwicklung eines Auftrags erfolgt von der Anfrage über die Vermittlung bis hin zur Abrechnung über die Servicebörse. Neue Mitglieder, Dienstleisterinnen mit guten Ideen, werden weiter gesucht.

Das zehnjährige Bestehen feiert die Servicebörse am Samstag, 26. September, ab 11 Uhr im Veterinär- und Landwirtschaftsamt in Frankenberg.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare