Kreisverwaltung bildet 29 junge Leute aus – Kein Fachkräftemangel

So viele Azubis wie noch nie im Kreishaus

Waldeck-Frankenberg. In der Kreisverwaltung in Waldeck-Frankenberg gibt es – anders als in Schwalm-Eder (siehe Hintergrund) – aktuell keinen Nachwuchs- oder Fachkräftemangel. Das hat der Kreis auf Nachfrage mitgeteilt.

„Wir haben in den letzten Jahren erheblich in Richtung Verjüngung des Personals gearbeitet“, sagt Landrat Dr. Reinhard Kubat. Zum 1. August seien elf neue Azubis eingestellt worden. „So viele waren es noch nie“, betont Kubat. Insgesamt würden aktuell 29 junge Frauen und Männer bei der Kreisverwaltung ausgebildet.

Nach Auskunft des Kreishauses sind in der Kernverwaltung (ohne Schulen) an verschiedenen Standorten 603 Personen beschäftigt. Davon sind 339 jünger als 50 Jahre (56,2 Prozent), 56 jünger als 25 (9,3 Prozent), teilte der Kreis mit. Das heißt: 264 Mitarbeiter (43,78 Prozent) sind älter als 50. Das Durchschnittsalter der Kreis-Bediensteten liege bei 47 Jahren. Das sei „ziemlich genau die gesellschaftliche Realität“, sagt Kreissprecher Hartmut Wecker.

„Die Bewerberzahlen für die Ausbildung sind noch ausreichend hoch“, sagt Landrat Kubat, „jeweils rund 50 bei den Verwaltungsfachangestellten und bei den Beamtenanwärtern.“ Es gebe derzeit auch keinen signifikanten Fachkräftemangel. Das gelte insbesondere für die Bereiche IT und Ingenieurwesen. „Einige Leitungsfunktionen müssen in den nächsten Jahren neu besetzt werden, darauf ist die Personalplanung des Landkreises aber vorbereitet“, sagt Wecker. Grundsätzlich sei festzustellen, dass die Bewerbungslage bei den ausgeschriebenen Stellen gut sei. „Auch wenn die Quantität vergangener Jahre nicht mehr ganz erreicht wird, so lassen sich bislang freie Stellen noch immer adäquat besetzen.“

Ein besonderer Pluspunkt sei die hohe Arbeitsplatzsicherheit, außerdem stellten Tarifbindung, Zusatzversorgung und flexible Arbeitszeiten einen großen Anreiz dar.

Hintergrund: 

Hintergrund unserer Anfrage war ein Bericht unserer Kollegen im Schwalm-Eder-Kreis über die starke Überalterung der dortigen Kreisverwaltung. Dort sind 68 Prozent der Mitarbeiter zwischen 46 und 65 Jahren alt. „Während wir in der allgemeinen Verwaltung noch relativ gut aufgestellt sind, spüren wir den Fachkräftemangel im ärztlichen Dienst und in der Bauverwaltung ganz massiv“, sagte Landrat Winfried Becker. Der Schwalm-Eder-Kreis hat derzeit 17 Azubis. „Wir würden gerne noch mehr ausbilden, aber es fehlt an geeigneten Bewerbern“, sagte Büroleiterin Kirsten Kühnemund. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg stellt laut Hartmut Wecker ausreichend Praktikumsplätze zur Verfügung, damit sich Interessierte bereits im Vorfeld einer Bewerbung einen Eindruck von der Arbeit in der Kreisverwaltung machen könnten. 

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