WLZ-Sommertour: Club ist der einzige Motorsport-Verein im Altkreis Waldeck

Auf zwei oder vier Rädern beim MSC Sachsenhausen 

+
Mannschaftsfoto: (von links) Quentin und Malte Rassner, Jonas Schäfer, Christian Kampes und Marcel Henning.

Der MSC Sachsenhausen ist im Altkreis Waldeck ein einzigartiger Verein. Es gibt keinen zweiten, der wie der 1952 gegründete Club Motorsport auf vier und zwei Rädern im Programm hat.

„Wir bieten vor allem Jugendlichen und Kindern ab sechs Jahre die Möglichkeit, kostengünstig die Welt des Motorsports kennenzulernen“, erklärt der Vorsitzende Oliver Kampes.

Acht Kinder und zwölf Jugendliche sind dank des MSC beim Nachwuchs unterwegs.

Bekannt ist der MSC mit seinen 151 Mitgliedern vor allem für seine Kartsparte: Seine Piloten mischen mit bei den Meisterschaften des ADAC Hessen-Thüringen im Kartslalom 2000 und im Kartturnier, der MSC richtet in der Regel einmal jährlich auf dem Gelände der ehemaligen Raketenstation zwischen Freienhagen und Netze einen Wertungslauf der Serie aus. Die Abteilung wird von Christian Kampes, einem aktiven Fahrer geleitet.

Schwerpunkt Supermoto-Sport

Die Sparte Motorsport auf zwei Rädern hat ihren Schwerpunkt im Supermoto-Sport: Mehr als 20 Aktive betreiben ihn vor allem als Freizeitbeschäftigung und Hobby. Für 2020 hat sich ein Fahrer mit seiner Maschine für die deutsche Meisterschaft in der Klasse S2 eingeschrieben.

Hier das Video, das der MSC im Rahmen der Sommertour gewonnen hat (gesponsert von der Waldecker Bank):

Für den MSC sind außerdem die Mini-Bike-Fahrer Jona Eisenkolb (10) aus Kassel und Noel Willemsen (11) aus Mühlheim seit drei Jahren im ADAC Mini Bike-Cup unterwegs. Da die Rennstrecken bundesweit verstreut und auch im nahen Ausland zu finden sind, seien beide eher selten am Heitzelberg-Trainingsgelände anzutreffen, so Vorsitzender Kampes.

Training von März bis Oktober

Trainiert wird von März bis Oktober mit vereinseigenen Fahrzeugen unter ehrenamtlichen Trainern und Betreuern in familiärer Atmosphäre. In unregelmäßigen Abständen bietet der MSC zudem Fahrsicherheitstrainings für Motorrad und PKW an, ergänzt durch Unterweisungen in neue Verkehrsregeln. Außerdem organisiert der Club für seine Mitglieder Winterwanderungen, Radtouren, Grillabende, Ausgleichssport.

Sportliche Erfolge gab und gibt immer wieder. 2016 etwa gewann Christian Kampes die Hessenmeisterschaft seiner Klasse im Kart. Für MSC-Chef Kampes liegt der größte Erfolg jedoch darin, „auf eine 67-jährige aktive Vereinsgeschichte zurückblicken zu können und aktuell mit zahlreichen aktiven Jugendlichen und Erwachsenen auch für die Zukunft gut aufgestellt zu sein“.

Kein Fahrer aus Sachsenhausen

Die Herausforderungen des MSC gleichen denen anderer Vereine. Kampes nennt den Generationswechsel im Vorstand und in den Leitungsfunktionen der Sparten sowie teilweise eine Überalterung der Vereinsmitglieder.

Eine Besonderheit: Der MSC hat keine aktiven Fahrer oder Fahrerinnen direkt aus Sachsenhausen. Sie kommen aus Freienhagen, Vöhl, Korbach, Bad Wildungen und überregionalen Orten.

Einen Ehrenamtsgutschein von Intersport Kettschau gab's für Christian Kampes (Mitte), hier mit Verena Niemann und Patrick Böttcher

Sommertour-Dank an Christian Kampes

Christian Kampes ist erst 21 Jahre alt und in seinem Metier doch bereits sehr erfahren. Er fährt ungefähr sein halbes Leben lang Kart. Früh hat er für sich beschlossen, sein Wissen und sein Können weiterzugeben. Heute ist Kampes Jugendleiter, Sportleiter, bald Trainer und damit im Vereinsleben des MSC Sachsenhausen eine wichtige Größe.

Nun könnte man sagen: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. MSC-Vorsitzender ist Kampes’ Vater Sven. Der sei zwar an Autos interessiert, habe ihn aber nie zum Kartsport gedrängt, erzählt der Junior. Gefallen gefunden am rasenden Tanz um die Pylonen hat er bei einem Kart-Schnuppertag seinerzeit in Bad Wildungen. Danach war es bald keine Frage, dass er unter die Piloten gehen und dem Fußball den Rücken kehren würde.

Allein sein als Fahrer

„Die Entscheidung war eindeutig“, sagt er. Und: „Es hat mir von Anfang an sehr viel Spaß gemacht.“ Was genau? Dass man als Fahrer auf sich allein gestellt sei, Linie und Tempo bestimme, aber doch immer ein Team im Rücken brauche.

„Es ist wichtig, dass man mit dem Team klarkommt“, sagt er. Man ist viel unterwegs, die Turniere gehen über’s ganze Wochenende. „Wir sind mehr oder weniger eine große Familie.“

Fahrer als Zuschauer...

Auf dem Weg zur Trainer-Lizenz

Der junge Mann aus dem Naumburger Ortsteil Heimarshausen, der sein Geld als Raumausstatter verdient, fuhr und fährt nicht nur gern, sondern auch erfolgreich. Vor allem 2016. Da schaffte er das "Double" als Hessenmeister im Kart-Slalom 2000 und im Kart-Turnier.

Aktuell betreut Kampes neun Jugendliche und drei, vier Erwachsene im Verein. Das Kartfahren den Kindern beizubringen, sei ihm eine Motivation, sagt er. Ihre Freude bei Erfolgen zu sehen, eine weitere. Um seine Fähigkeiten als Trainer zu vertiefen, erwirbt Kampes in Wochenend-Lehrgängen gerade die C-Lizenz des ADAC. Übungsleiter sein ist nicht alles: Zuletzt leitete er vor den Sommerferien das Turnier des eigenen Vereins.

Auch vierrädrig, aber ganz anders unterwegs: das WLZ-Sommertour-Mobil mit Mitgliedern und Freunden des MSC Sachsenhausen.

Die nächsten Stationen der Sommertour

Dienstag, 13. August:

17-19 Uhr beim TSV Goddelsheim (Sportlerheim), 19.30-20.30 Uhr bei den Goldminers/FC International Korbach (Sportplatz Helmscheid)

Mittwoch, 14. August: 10-12 Uhr bei der Waldecker Bank (Prof.-Bier-Str. Korbach), 17-19 Uhr beim TV Friedrichstein (Sportheim Altwildungen)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare